Hohe Energiepreise

SPD will Passivhäuser mittelfristig zur Pflicht machen

Vor dem Hintergrund steigender Energiepreise will die SPD Passivhäuser mittelfristig zur Pflicht machen und die Nutzung erneuerbarer Energien bei der Gewinnung von Heizwärme ausbauen. Zudem soll das geplante Wärmegesetz verschärft werden, um die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu verringern.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - "Wir brauchen scharfe Verbrauchsstandards, um Energie zu sparen und so die Abhängigkeit vom Öl zu verringern", sagte der stellvertretende SPD-Fraktionschef im Bundestag, Ulrich Kelber, der "Berliner Zeitung" (Samstagausgabe). So müsse die Passivbauweise ab 2020 zur Pflicht bei Neubauten werden. Sogenannte Passivhäuser sind so gut isoliert, dass kaum Energie nach außen weichen kann. Dadurch reicht oftmals die Abwärme von Geräten oder auch die Atmung der im Gebäude lebenden Menschen aus, um die nötige Wärme bereitzustellen.

Um die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern kurzfristig zu senken, wollen die Sozialdemokraten außerdem das von der großen Koalition geplante Wärmegesetz verschärfen. Dieses sieht für Neubauten die verstärkte Nutzung erneuerbare Energieträger etwa aus Sonne, Winder oder Wasser vor. Kelber schlage nun vor, eine Nutzungspflicht für regenerative Träger auch für ältere Gebäude aus dem Bestand einzuführen. Dagegen wehre sich bislang allerdings der Koalitionspartner von der Union. "Ich fordere die Union auf, ihren Widerstand dagegen aufzugeben. Sonst versündigt sie sich langfristig an den Verbrauchern", sagte Kelber.