Energiekonzept

SPD und Grüne im Saarland fordern stärkere Förderung regenerativer Energien

SPD und Grüne im Saarland sind mit der Förderung der erneuerbaren Energien in ihrem Land und mit der Politik von Umweltminister Stefan Mörsdorf unzufrieden. Sie fordern ein umfassendes Energiekonzept und die Sensibilisierung der Menschen für die Notwendigkeit der Zukunftsenergien.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Saarbrücken (ddp-rps/sm) - SPD und Grüne fordern eine bessere Förderung regenerativer Energien im Saarland. Besonders bei der Nutzung von Biomasse wie Holz gebe es Versäumnisse von Umweltminister Stefan Mörsdorf (parteilos), kritisierten die Parteien am Wochenende. Die Grünen fordern darüber hinaus die Erstellung eines umfassenden Energiekonzeptes für das Saarland.

Grünen-Landeschef Hubert Ulrich sagte, das Saarland habe "hervorragende Voraussetzungen", um die in der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes formulierte Quote von 20 Prozent regnerativ erzeugter Energien zu erfüllen. Die Gesetzes-Novelle war am Freitag im Bundestag verabschiedet worden. Ulrich kritisierte außerdem, dass es kein Förderprogramm zur Nutzung der Biomasse gebe.

Das Saarland sei das waldreichste Bundesland, doch werde nur ein Bruchteil des Holzes genutzt. Auch bei der Windenergie genehmige Mörsdorf nur ein paar wenige Anlagen am falschen Platz. Hinzu komme, dass das Programm zur Förderung von Solarenergie eingestellt worden sei. Auch Wasserkraft könne "mit geringstem Aufwand" an den Staustufen der Saar und Mosel genutzt werden, schlug der Politiker vor.

Es gehe nicht darum, "mit dem Eimer durchs Land zu laufen" und Fördergelder auszuschütten, betonte Ulrich. Die Politik müsse in erster Linie die Menschen für die Notwendigkeit der Zukunftsenergien sensibilisieren und dann mit Subventionen Anschubfinanzierungen leisten.

Auch der SPD-Umweltexperte Ulrich Commercon kritisierte, dass Mörsdorf die noch von der SPD-Landesregierung geplante Vermarktungs-Gesellschaft für Holz aus dem Landesforst nicht gegründet habe. Ebenso warf der Sozialdemokrat dem Minister bei der Unterstützung der Windenergie massive Fehler vor. An den nun ausgewiesenen Standorten gebe es zu wenig Wind und sie seien vor Ort umstritten. Damit komme die Förderung "praktisch zum Erliegen", sagte Commercon. Ein weiterer Fehler sei die "radikale Kürzung" der Förderprogramme für Photovoltaik-Anlagen. Diese habe zu einer Abwanderung von Firmen in andere Bundesländer geführt, kritisierte er.

Von Dirk Sellmann