Hinter vorgehaltener Hand

SPD-Energieexperte Linkohr: Umdenken zu Gunsten der Kernenergie

Bröckelt die Front oder ist es nur eine Einzelmeinung? Im Gegensatz zu den offiziellen Stellungnahmen seiner Partei hat sich der SPD-Politiker Rolf Linkohr für eine weitere Nutzung der Kernenergie ausgesprochen. Zugleich meint er, in Deutschland und in seiner Partei ein Umdenken zu Gunsten der Atomkraft erkennen zu können.

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Berlin (ddp/sm) - In der Debatte um die Atomkraft hat sich der SPD-Politiker und Energieexperte Rolf Linkohr für eine stärkere Nutzung der Kernenergie ausgesprochen. "Die Atomkraft wird weder das Problem des Klimawandels noch das der Versorgungssicherheit lösen. Aber sie kann einen Beitrag leisten. Atomenergie ist nützlich und ganz schwer zu ersetzen", sagte er der Tageszeitung "Die Welt".

Linkohr, der von 1979 bis 2004 für die SPD im Europaparlament saß, sieht in Deutschland derzeit ein Umdenken zu Gunsten der Kernenergie. "Die Zahl derer, die unsicher über den geplanten Ausstieg sind, wächst. In meiner Partei gab es hinter vorgehaltener Hand ohnehin immer Befürworter, die mich angehalten haben, weiter für die Kernkraft einzutreten", sagte er.

Die Technologie in der Atomenergie sei viel sicherer geworden. "Gegen längere Laufzeiten spricht daher gar nichts. Wenn Atomkraftwerke wirklich ein Sicherheitsrisiko darstellen würden, müssten sie sofort abgeschaltet werden. Auch die Endlagerung ist ein psychologisches, kein wissenschaftliches Problem", sagte Linkohr.