Wachstumsmarkt

Spanien: Entwurf für neue Förderregeln für Solarstrom

Wie das Beratungsunternehmen Solarpraxis AG mitteilt, hat das spanische Industrie- und Energieministerium den Gesetzentwurf für neue Vergütungssätze zur Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien der nationalen Regulierungsbehörde für Energiefragen CNE vorgelegt.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (red) – Der Entwurf sieht jährliche Steigerungsraten vor. Dabei orientieren sich die Tarife Solarpraxis zufolge an drei verschiedenen Anlagengrößen. So erhalten die Betreiber von PV-Anlagen bis 100 Kilowatt rund 44 Cent je Kilowattstunde gutgeschrieben. Strom aus Anlagen zwischen 100 Kilowatt und zehn Megawatt wird mit 41,7 Cent je Kilowattstunde vergütet. Für Sonnenstrom aus größeren Anlagen (über zehn Megawatt) sollen rund 23 Cent je Kilowattstunde berechnet werden. Die kontinuierliche Steigerung über die Laufzeit der Anlagen erfolge nicht mehr wie bisher über den Stromreferenztarif, sondern über die Anbindung an die jährliche Inflationsrate.

"Diese Tarife sind vor allem für die Betreiber großer Anlagen sehr attraktiv", sagt David Pérez, Geschäftsführer der Unternehmensberatung Eclareon in Madrid. "Die Laufzeit der Vergütung erstreckt sich nach wie vor über die gesamte Lebensdauer einer PV-Anlage, mit einem prozentualen Abschlag ab Jahr 26 nach ihrer Installation. Die neuen inflationsgebundenen Tarifsteigerungen gelten ab 2010 nicht nur für neue Anlagen, sondern auch für Anlagen, die in früheren Jahren errichtet wurden. Zwischen 2007 und 2010 ist eine Übergangsphase vorgesehen."

Pérez sieht in dem Gesetzentwurf aber auch Schwächen: "Die Einspeisevergütung wird große PV-Anlagen begünstigen. Kleinere oder mittlere Systeme profitieren weniger. Außerdem wird in diesem Entwurf die garantierte Vergütung bei einem Marktvolumen von 317 Megawatt gedeckelt. Das ist eindeutig zu wenig." Er erwartet ab 2008 einen starken Zuwachs auf dem spanischen PV-Markt. 2006 brachten die Spanier rund 70 Megawatt PV-Leistung auf die Dächer, 2007 könnten 150 Megawatt neu installierter PV-Leistung erreicht werden. "Wir werden das Limit von 317 Megawatt also sehr bald ausschöpfen", mutmaßt Pérez.

Das Gesetz könnte schon im Januar 2007 in Kraft treten – vorausgesetzt, die parlamentarischen Debatten kommen entsprechend voran. Die nächste Tarifreform ist für 2010 vorgesehen.

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