Southern Energy und HEW/Vattenfall: Cheftreffen endete ergebnislos

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Jetzt wird der Ton wieder kälter: Hatten die Konkurrenten um den Einstieg in der Berliner Bewag und damit auch um den ostdeutschen Braunkohleverstromer, VEAG Southern Energy auf der einen und HEW/Vattenfall auf der anderen Seite, in letzter Zeit eher versöhnliche Töne angestimmt, so endete das Spitzentreffen ohne Annäherung.


Der Chef des amerikanischen Energiekonzerns Southern Energy, Jason Harlan beschrieb das Gespräch anschließend eher nüchtern als "nützlichen Gedankenaustausch". Eine Partnerschaft für ein gemeinsames Angebot von HEW und Bewag im Bieterverfahren um die VEAG und die Kohlegesellschaft Laubag hätte jedoch nicht vereinbart werden können. Es hatte demnach auch nichts genutzt, dass die Vorstandschefin von Bewag-Anteilseigner Southern Energy, Mace Fuller, extra aus Atlanta angereist war. Ein mehrstündiges Gespräch mit HEW-Chef Manfred Timm und dem Vorstandsvorsitzenden von Vattenfall Lars Josefsson konnte keine Klarheit in den meisten Punkten bringen.


Dabei gab es nicht nur Unstimmigkeiten bei der Frage um die Mehrheitsanteile an der Bewag, sondern auch um die Ausgestaltung des neuen Stromkonzerns im Osten Deutschlands. Vattenfall und HEW streben eine integrierte Holding an, an der der schwedische Konzern die Mehrheit hält. In der Holding wären die Gesellschaften für Produktion, Stromhandel, Netz, Vertrieb und Fernwärme zusammengefasst. Hier könnte Southern Energy auch ein Mitspracherecht haben. Southern Energy hingegen favorisiert eine unabhängige ostdeutsche Lösung, in der die Interessen Ostdeutschlands berücksichtigt werden.


Dementsprechend kühl war dann auch das Fazit: Southern kündigte an, die Bewag bei einem Gebot für die VEAG auch ohne HEW zu unterstützen. Zudem wollen die Amerikaner ihr Engagement in Berlin fortsetzen und ausbauen.


Bis zum 15. November müssen die Angebote für die VEAG abgegeben sein, bis zum 13. Dezember soll der Verkauf des Unternehmens abgeschlossen sein. Es sind 48,75 Prozent der E.ON-Anteile und 32,5 von RWE/VEW erhältlich. Wegen der 1994 erfolgten Privatisierung der VEAG muss der Bund dem Weiterverkauf zustimmen.