Bedenken

Sorgen über gehäufte Störungen im Kernkraftwerk Cattenom

Die rheinland-pfälzische Umweltministerin Conrad zeigte sich besorgt über das gehäufte Auftreten von Störungen im französischen Kernkraftwerk Cattenom. Innerhalb der letzten 12 Monate waren dort drei Störungen aufgetreten, die auf menschliches Versagen zurückgeführt wurden.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Mainz (red) - Drei Ereignisse wurden innerhalb der letzten 12 Monate im Kernkraftwerk Cattenom auf den "human factor" zurückgeführt und in INES-Stufe 1 eingestuft. INES-Stufe 1 ist gemäß der Systematik der internationalen Bewertungsskala die erste von sieben Stufen und gilt als "Störung". Der Betreiber des Kernkraftwerks Cattenom informierte zuletzt über ein Ereignis vom 20. April.

Wegen Revisionen und einem Brennelementwechsel wurde der Reaktorblock Nr. 3 abgestellt. Die bei solchen Arbeiten benötigte Notventilation war nach Aussagen der Techniker des Kraftwerks drei Stunden lang nicht betriebsbereit gewesen. Die Notventilation übernimmt die Ventilation des Reaktorgebäudes bei einem Versagen der Hauptventilation und dient dem Schutz der Mitarbeiter. Nach den Angaben des Betreibers hatte dieses Ereignis keine Auswirkungen auf die Sicherheit und auf die Umwelt. Es wurde jedoch gegen die Sicherheitskultur verstoßen.

"Die bekannt gewordenen gehäuften Ereignisse, die jeweils auf menschliche Fehler zurückgehen, geben Anlass zur Sorge", stellte die Pfälzer Umweltministerin Margit Conrad fest: "Ich habe dies auch gegenüber der französischen Seite zum Ausdruck gebracht und eine Beratung in der Deutsch-Französischen Kommission für die Sicherheit kerntechnischer Einrichtungen (DFK), in der das Umweltministerium Mitglied ist, beantragt. Auch diese Vorkommnisse belegen, dass Atomenergie eine Risikotechnologie bleibt und auf Dauer unverantwortbar ist. Die Zukunft liegt bei den erneuerbaren Energien und hoch effizienten fossilen Kraftwerken."