Stromverbrauch

Sonnenstrom deckt Mehrbedarf bei Gänsebraten-Spitze

Der vermehrte Stromverbrauch zur Weihnachtszeit erreicht seinen Höhepunkt regelmäßig mit der sogenannten Gänsebraten-Spitze. Zusätzliche Kraftwerke müssen aber laut VEBW deshalb längst nicht mehr zugeschaltet werden: Beispielsweise lieferte die Sonne 2012 so viel Strom, dass sogar ein Überschuss entstand.

Gänsebraten Weihnachten© foodinaire / Fotolia.com

Linden (red) – Der Stromverbrauch ist in vielen Haushalten im Dezember höher als in den übrigen Monaten des Jahres; es wird geheizt, gebacken und die Weihnachtslichter brennen. Der alljährliche Höhepunkt wird dann zumeist am 25. Dezember erreicht. In Deutschlands Küchen brodelt und dampft es spätestens ab dem Mittag. Schon seit vielen Jahren trägt der Stromverbrauch zwischen 9 Uhr und 11 Uhr am ersten Weihnachtsfeiertag auch den Namen "Gänsebraten-Spitze", weil der Bedarf in dem Zeitraum zum Teil um ein Drittel ansteigt.

N-Energie: Weniger Verbrauch an Weihnachten

In den vergangenen Jahren hat sich die Situation jedoch geändert und zwar in zweifacher Hinsicht. Zum einen ist die Stromspitze einigen Versorgern zufolge abgeflacht und zum anderen haben sich auch die Quellen geändert, mit denen der Stromverbrauch gedeckt wird. Beispielsweise berichtet der fränkische Energieversorger N-Energie von einer immer flacheren "Weihnachtsspitze". Während 2010 noch 815 Megawatt gemessen wurden, lag der Verbrauch 2012 nur noch bei 601 Megawatt, so ein Bericht des Internetportals Internetportals "OberpfalzNetz.de".

Sonnenstrom deckt Gänsebratenspitze

Auch Detlef Fischer, Geschäftsführer des Verbandes der Bayrischen Energie- und Wasserwirtschaft (VEBW), zeigt ebenfalls keinerlei Beunruhigung wegen der bevorstehenden Feiertage. Früher wurde "die Energie quasi per Knopfdruck bedarfsgerecht bereitgestellt", was bedeutet, dass bei einem Mangel beispielsweise Gaskraftwerke zusätzlich hochgefahren wurden. In den letzten Jahren jedoch hätten die Energieversorger an den Weihnachtsfeiertagen sogar mit Überkapazitäten an Sonnenstrom zu kämpfen gehabt. Der überschüssige Strom sei dann nach Österreich und in die Niederlande verkauft worden.

Gänsebraten bleibt Tradition

Auch Maximilian Zängl, Sprecher der Bayernwerk AG, bestätigt, dass schon lange keine zusätzlichen Kraftwerke mehr hochgefahren werden müssen, um den Bedarf zu decken. Der Leistungsbedarf am ersten Weihnachtsfeiertag sei jedoch noch immer sehr hoch. "Die Tradition der Weihnachtsgans ist ungebrochen", im süd- und ostbayrischen Versorgungsbereich steige der Bedarf um circa 500 auf 6.500 Megawatt. Aber auch hier sei 2012 der Strom, der durch die Sonne erzeugt wurde, fast bedarfsdeckend gewesen: 5.300 Megawatt seien über Photovoltaikanlagen produziert worden, sodass kaum zusätzlicher Strom aus konventionellen Kraftwerke benötigt worden sei.

Wer auf die Tradition der Weihnachtsgans nicht verzichten möchte, kann an der ein oder anderen Stelle trotzdem Energie und Geld sparen. Unser Ratgeber hält einige Tipps für die Weihnachtszeit bereit.