Strom vom eigenen Dach

Sonnenenergie: Zahlreiche Vorzeigeprojekte in Rheinland-Pfalz

Auf immer mehr Dächern und Feldern glänzen die schwarze Platten im Sonnenlicht: Solartechnik ist in Mode. Im Raum Mainz können Bürger unter Umständen sogar eine kostenlose Photovoltaik-Anlage aufs Dach bekommen, die Anlage gehört dann dem Errichter und geht nach 17 Jahren an den Hausbesitzer über.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Mainz (ddp-rps/sm) - In Bad Kreuznach stecken wurde für 1,2 Millionen Euro ein Solarkraftwerk errichtet, das zur Hälfte über einen Bürgerfonds finanziert wurde. Das Interesse der Bürger war ausgesprochen hoch gewesen. Anfang 2006 ging die Anlage in Betrieb und versorgt bei prallem Sonnenschein rund 300 Haushalte, bei bewölktem Himmel immerhin 70 Haushalte mit Strom.

Das Kraftwerk ist eines von mehreren Solartechnik-Vorzeigeprojekten in Rheinland Pfalz. Ein weiteres ist die Solarstromanlage auf dem Mainzer Bruchweg-Stadion, die bundesweit größte auf einer Fußballarena. Die weltgrößte Photovoltaik-Dachanlage wird derzeit auf einer Logistikhalle in Ramstein montiert - mit einer Fläche von 90.000 Quadratmetern.

Kostenfreie Photovoltaik-Anlage im Raum Mainz

Zwar fördert das Mainzer Finanzministerium Solaranlagen mit zinsgünstigen Darlehen und Investitionszuschüssen. Wer dennoch die Investition scheut, kann unter Umständen sogar ohne eigenes Kapital zur Solaranlage auf dem Eigenheim kommen. Im Raum Mainz stellt die Firma Rio-Energie, eine Kooperation der Stadtwerke Mainz mit dem Ökoenergie-Unternehmen Juwi aus Kirchheim-Bolanden, Bürgern kostenfrei Photovoltaik-Anlagen aufs Dach.

Das Geschäft funktioniert so, dass die Anlage zunächst 17 Jahre im Besitz des Unternehmens bleibt und für dieses Strom liefert. Danach geht die Anlage, die den Angaben zufolge eine Lebensdauer von etwa 30 Jahren hat, in den Besitz des Hauseigentümers über.

Weniger ertragreich als Windenergie, aber trotzdem durchaus sinnvoll

Nach einem Bericht des Bundesumweltministeriums entfielen im vergangenen Jahr rund 43 Prozent der Investitionen in Neuanlagen für die Nutzung regenerativer Energien auf die Sonnenenergie. Die Windkraft kam dagegen auf 26 Prozent, Biomasse-Kraftwerke erzielten einen Investitionsanteil von 13 Prozent.

In puncto Energieertrag sieht die Bilanz der Solartechnik allerdings nicht ganz so gut aus. Solarzellen seien bei der Stromproduktion technisch bedingt nicht so ertragreich wie andere Energieträger. Ein einziges modernes Windrad kommt auf eine doppelt so hohe Leistung wie die in Ramstein entstehende Solaranlage, die auf 90.000 Quadratmetern 2,4 Millionen Kilowattstunden erzeugt.

Dennoch seien Solarzellen etwa auf Privathäusern und öffentlichen Einrichtungen je nach Lage des Gebäudes durchaus sinnvoll, sagt Hermann Heinrich, Chef der Landesenergieagentur. Von Frühjahr bis Herbst könnten etwa zwei Drittel des zur Wärmegewinnung benötigten Energiebedarfs auf diese Weise gedeckt werden.