Energiewende

Sonderweg im Atomausstieg für Bayern gefordert

Einen bayrischen Sonderweg für den Atomausstieg fordert Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil. Der Minister wies darauf hin, dass in Bayern derzeit noch mehr Atomstrom fließe als in anderen Bundesländern. Die Umstellung sei also schwieriger.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

München (dapd/red) - Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) will den Atomausstieg in Bayern verlangsamen. Dazu sollen Reststrommengen anderer Meiler in den Freistaat übertragen werden, wie der FDP-Politiker am Donnerstag in München erklärte. "Wenn bereits Mitte dieses Jahrzehnts vier der bislang fünf bayerischen Kernkraftwerke endgültig vom Netz gehen müssten, wäre eine sichere Stromversorgung nicht mehr gewährleistet", warnte er. Bis dahin seien nicht genug neue Gaskraftwerke und Erneuerbare Energie-Anlagen am Netz.

Opposition warnt vor Mogelpackung

Wegen des hohen Kernenergieanteils in Bayern müsse der Ausstiegspfad flach gestaltet werden, sodass "die Schaffung notwendiger Ersatzkapazitäten bis zur jeweiligen Abschaltung eines Kernkraftwerks realistisch möglich ist", sagte Zeil. Die Opposition kritisierte dagegen die Übertragung von Strommengen abgeschalteter Kernkraftwerke. Die Freien Wähler sprachen bereits am Mittwoch von einer "gefährlichen Mogelpackung".

Grüne fordern von Seehofer einen "konkreten Plan"

Die Grünen forderten am Donnerstag in einem Schreiben an Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), einen konkreten Ausstiegsplan für alle Atomkraftwerke festzulegen. Es sei weder aus Sicherheitsgründen noch energiewirtschaftlich vertretbar, "wenn die verbleibenden Atomkraftwerke wie Grafenrheinfeld oder Gundremmingen durch die Übertragung von Reststrommengen frühestens im Jahr 2021 vom Netz gehen sollen", erklärten die Spitzen von Partei und Fraktion gemeinsam.