Kein umweltpolitischer Grund

Sommerzeit: Europäische Harmonie nötig

Schon seit mehreren Jahren ist klar, dass die Umstellung von Winter- auf Sommerzeit keinerlei Energieeinsparung mehr auslöst. Dennoch will die Regierung daran festhalten, weil es in der EU so üblich ist. Für einen funktionierenden EU-Binnenmarkt sei eine harmonisierte Regelung absolut notwendig.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Im Hinblick auf den Energieverbrauch bietet die Umstellung auf die Sommerzeit keine Vorteile. Dies erklärte die Bundesregierung in ihrer Antwort (Bundestagsdrucksache 15/5459) auf eine "Kleine Anfrage" der FDP (Bundestagsdrucksache 15/5380).

Danach hätte das Bundesumweltamt bereits vor zehn Jahren herausgefunden, dass die Einsparung an Strom für Beleuchtung durch den Mehrverbrauch an Heizenergie durch Vorverlegung der Hauptheizzeit überkompensiert wird. Aus umweltpolitischer Sicht wäre es daher nicht länger notwendig, die mitteleuropäische Sommerzeit beizubehalten.

Die Sommerzeit sei in Deutschland im Jahr 1980 zur besseren Ausnutzung der Tageshelligkeit im Sommer und zur Angleichung der Zeitzählung an die benachbarten Staaten eingeführt worden. Einer EU-Richtlinie zur Regelung der Sommerzeit zufolge, beginnt die Sommerzeit in jedem EU-Mitgliedstaat am letzten Sonntag im März und endet am letzten Sonntag im Oktober. Die Regierung wies dabei darauf hin, dass es für das Funktionieren des EU-Binnenmarktes von wesentlicher Bedeutung sei, dass Tag und Uhrzeit des Beginns und des Endes der Sommerzeit in der gesamten EU einheitlich festgelegt sind. Die Bundesregierung will daher daran festhalten, solange die Mitgliedstaaten nicht gemeinsam die Absicht haben, die Sommerzeit abzuschaffen