Steigender Absatz

Solon reagiert mit neuer Betriebsstätte auf Nachfrage-Boom

Die Solon Nord GmbH reagiert auf die steigende Nachfrage auf dem Solarmarkt und nimmt noch in diesem Jahr eine neue Fertigungsstätte für Photovoltaikanlagen in Betrieb. Der Komplex werde bis zum Jahresende in Kooperation mit dem Industriedienstleister ml&s errichtet, sagte Geschäftsführer Andreas Koebernik.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Greifswald (ddp-nrd/sm) - Am neuen Standort sollen auf sechs Linien standardisierte Solarmodule der Leistungsklassen 215 bis 230 Watt hergestellt werden. Die Jahreskapazität betrage etwa 60 Megawatt, könne jedoch nochmals aufgestockt werden, sagte Koebernik. Zudem ermögliche die neue Fertigungsstätte einen deutlich verbesserten Materialfluss und eine flexible Reaktion auf Kundenwünsche. Unter anderem könnten künftig neben Solarzellen mit Sechs-Zoll-Kantenlängen auch Acht-Zoll-Systeme verarbeitet werden.

Im vergangenen Jahr wurden nach Unternehmensangaben in Greifswald fast 180 000 Solarmodule mit einer Gesamtkapazität von rund 39 Megawatt produziert, etwa ein Zehntel mehr als ein Jahr zuvor. Derzeit werden insgesamt 125 Mitarbeiter im Mehrschichtbetrieb beschäftigt.

Die 2004 für rund zehn Millionen Euro in Greifswald etablierte Solon Nord GmbH ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen des nach eigenen Angaben größten deutschen Solarmodulherstellers Solon AG in Berlin. Das börsennotierte Unternehmen hatte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 346 Millionen Euro und ein Ergebnis nach Steuern von rund 14 Millionen Euro erreicht. Zum Unternehmen, das neben Standardmodulen auch solare Kraftwerkssysteme und Wechselrichter anbietet, gehören auch Hersteller in Berlin, Österreich, Italien und der Schweiz. Zudem werde gegenwärtig im US-Bundesstaat Arizona ein Werk zur Produktion von Standard- und Kraftwerkssolar-Modulen errichtet, sagte Unternehmenssprecherin Therese Raatz in Berlin.

Zu den Referenzen der Solon AG gehören Solaranlagen auf mehreren Regierungsgebäuden in Berlin, die Solarfassade eines Modegeschäfts in Köln sowie das derzeit weltweit größte, dem Sonnenstand nachgeführte Solarkraftwerk Erlasee (Bayern) mit einer installierten Leistung von zwölf Megawatt. Neben kundenspezifischen Komplettlösungen hat sich Solon auch auf die Herstellung besonders lichtdurchlässiger Standardmodule mit gehärteten Antireflex-Solargläsern spezialisiert, die auch im Eigenheimbau zur Anwendung kommen.

Steigende Nachfrage erwartet

"Wir gehen davon aus, dass die Nachfrage nach Solaranlagen das Angebot auf Jahre hinaus übersteigen wird", sagte Raatz. Nach dem 2005 eingetretenen weltweiten Siliziummangel in der Solarbranche habe Solon langfristige Verträge mit Solarzellenlieferanten im Umfang von mehr als zwei Milliarden Euro abgeschlossen. Experten rechneten für die Branche bis 2010 mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 24 Prozent. Neben Deutschland richtet sich das Augenmerk vor allem auch auf die Märkte in den USA, Spanien und Italien.