Fünfte Fertigungslinie

Solarzellenhersteller Q-Cells eröffnet neue Fabrik

Der Solarzellenstandort Bitterfeld-Wolfen gewinnt weiter an Bedeutung. Die Q-Cells AG hat ihre fünfte Fertigungslinie in Betrieb genommen. Mit einem symbolischen Knopfdruck vollzogen Bundeswirtschaftsminister Glos, Sachsen-Anhalts Ressortchef Haseloff und Vorstand Anton Milner den Produktionsstart.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Mit einer Kapazität von 240 Megawattpeak weist die neue Anlage mehr als zwei Drittel der Kapazität der bestehenden Linien I bis IV auf. Sie ist damit nach Firmenangaben die größte Solarzellenfabrik Europas. Allein in der Produktion seien 212 neue Arbeitsplätze entstanden.

Bundesminister Glos (CDU) sprach sich für eine Verbindung von stabiler wirtschaftlicher Entwicklung mit einer klimabewahrenden Energiepolitik in Deutschland aus. Das Ende des fossilen Zeitalters lasse sich nicht allein durch Verbote erreichen. Notwendig seien neue Ideen, wie sie bei Q-Cells umgesetzt würden. Auf die geplante Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes eingehend sagte er, dieser noch junge Zweig brauche verlässliche Rahmenbedingungen. Auch nach der Novelle werde das so sein, versicherte er. Andererseits dürften Wirtschaft und private Verbraucher nicht zu stark durch hohe Umlagen belastet werden.

Der Bundesverband Solarwirtschaft mahnte für den Aufbau neuer Solarfabriken Investitionssicherheit und verlässliche Rahmenbedingungen an. Verbandsgeschäftsführer Carsten Körnig sagte, eine zu schnelle Senkung der gesetzlich garantierten Solarstromvergütung wäre riskant. Sie könnte der deutschen Solarindustrie den wichtigen Heimatmarkt unter den Füßen wegziehen und unverzichtbaren Milliardeninvestitionen in Forschung und Entwicklung sowie den Aufbau modernster Solarfabriken blockieren.

Zehn Prozent der weltweiten Solarproduktion kämen aus Sachsen-Anhalt, sagte Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Haseloff. Die Ansiedlung von Q-Cells und der anderen Solarunternehmen im Ortsteil Thalheim habe den Menschen dieser Region wieder eine Perspektive eröffnet.

Laut Vorstand Milner werden im laufenden Jahr 400 Millionen Euro investiert. 2008 rechnet er mit einer ähnlichen Investitionssumme. 50 Millionen Euro gebe der Betrieb zurzeit für den Bau eines Technologiezentrums aus, in dem Ende 2007 etwa 200 Forscher arbeiten werden.

Das Ende 1999 gegründete Unternehmen nahm im ersten Halbjahr 2001 mit 19 Beschäftigten die Produktion von Silizium-Solarzellen auf. Heute arbeiten bei Q-Cells rund 1600 Mitarbeiter. Im Solar Valley - nach Angaben von Q-Cells größter Solarstandort Europas - arbeiten zurzeit mehr als 2700 Menschen. Im Jahr 2010 sollen dort mehr als 5000 Menschen beschäftigt sein. Neben Q-Cells und den bereits produzierenden Unternehmen Ever Q und CSG Solar werden die Tochter- und Beteiligungsunternehmen Calyxo, Brilliant 234 und Solibro in diesem und im kommenden Jahr mit der Produktion so genannter Dünnschicht Photovoltaikmodulen beginnen. 2008 soll auch die Produktionslinie 6 von Q-Cells in Betrieb gehen.