Neue Arbeitsplätze

Solarstudie belegt: Handwerk zeigt großes Interesse an Sonnenenergie

Wie eine Studie des Europressedienstes zeigt, ist die Solartechnik ein lukratives Geschäftsfeld für mittelständische Handwerksbetriebe. So haben viele Elektrotechniker, Dachdecker und SHK-Installateure Interesse an Photovoltaik und Solarthermie, wodurch zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Bonn/Berlin (red) - Der deutsche Solarmarkt hat in diesem Jahr starke Wachstumszahlen hingelegt, allein im Photovoltaikmarkt wird nach Angaben des Europressedienstes eine Verdopplung des Endkundenumsatzes auf etwa 1,5 Milliarden Euro erreicht. Von diesem Wachstumstrend profitiere vor allem das deutsche Handwerk und der Mittelstand. "Die meisten Arbeitsplätze entstehen im Installationsbereich. Insgesamt rechnen wir in diesem Jahr mit einem Zuwachs von etwa 5.000 neuen Arbeitsplätzen im Bereich Handwerk, Handel und Produktion", so Gerhard Stryi-Hipp, Geschäftsführer des Bundesverbandes Solarindustrie e.V. (BSi).

Für viele klassische Handwerksbetriebe öffnet sich mit der boomenden Solartechnik ein neues, lukratives Geschäftsfeld. So zeigen Elektrotechniker, SHK-Installateure und Dachdecker Interesse für die Photovoltaik sowie für die Solarthermie. Das ist ein zentrales Ergebnis der aktuellen Europressedienst-Studie "Der Solarmarkt in Deutschland 2004", die in Zusammenarbeit mit dem BSi, dem Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH), dem Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) und dem Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) erstellt wurde.

Rund 2.500 Handwerksbetriebe wurden von August bis Oktober 2004 zu ihrem Interesse an einem Einstieg in die Solarbranche befragt. Demnach wollen 32,5 Prozent der Elektrotechniker, 40,3 Prozent der SHKler und 34,2 Prozent der Dachdecker in den Photovoltaikmarkt einsteigen, während in Solarthermie 19,4 Prozent der Elektrotechniker, 32,8 Prozent der SHKler und 25,9 Prozent der Dachdecker einsteigen wollen. Allgemein zeigen jüngere Betriebe, die bislang noch nicht tätig sind, ein höheres Interesse an einem Einstieg in die Solarbranche als Ältere. In Bezug auf die Umsatzgröße haben Kleinbetriebe mit einem Umsatz bis 200.000 Euro tendenziell weniger Interesse an einem Markteintritt als Betriebe mit höheren Umsätzen, so das Ergebnis der Studie.

"Die geplanten Geschäftserweiterungen sind mehrheitlich mit Neueinstellungen verbunden. Hier ergibt sich ein Gesamtpotential von bis zu 10.120 neuen Arbeitsplätzen im Handwerk", so Michael Forst, Chefredakteur des Europressedienstes. Ein wichtiger Grund für das starke Wachstum im Photovoltaikmarkt sei das novellierte Erneuerbare Energien Gesetz (EEG), aber auch die Rückgänge im klassischen Handwerksgeschäft. Branchenübergreifend zeigt sich, dass mittlere und größere Betriebe PV-Privatanlagen als Hauptwachstumsfeld identifizieren.

Auch die europaweit gesteckten Ziele zum Klimaschutz und das gestiegene Umweltbewusstsein in der Bevölkerung seien wichtige Wachstumsmotor für den Solarmarkt. So weist Norbert Hain, Geschäftsführer LIV Dachdecker Hessen, auf die Bedürfnisse der Endkunden hin: "Für Dachdeckerbetriebe wird es zunehmend wichtiger werden, aktiv auf Bauherren zuzugehen und für die Möglichkeiten, die Solarthermie und Photovoltaik in sich bergen, zu werben. Gleichzeitig muss dem Dachdecker klar sein, dass Bauherren zunehmend Leistungen aus einer Hand verlangen und nicht mehr den 'Gewerkekoordinator' im eigenen Bauvorhaben spielen wollen"

Wie die Studie zeigt, spielen umfassende Weiterbildungen und Initiativen im Bereich Solarthermie und Photovoltaik eine wichtige Rolle für die Handwerker. "Solarinitiativen wie 'Solar – Na klar' und 'Solarwärme Plus' sind wichtige Schritte in die richtige Richtung", so Udo Wirges, Leiter Informationsstelle für Energie- und Umwelttechnik ZVSHK. "Darüber hinaus bietet der Zentralverband SHK seinen Mitgliedsbetrieben Weiterbildungen im Bereich Solarthermie an und hat für die Photovoltaik die notwendigen handwerksrechtlichen Grundlagen geschaffen."

"Nur durch Aufgeschlossenheit für neue Technologien und den Mut zur Umorientierung beziehungsweise Neuausrichtung kann das deutsche Handwerk die allgemein schlechte Konjunkturlage überwinden", so Boris Estermann, Vorsitzender Bundesfachbereich Elektrotechnik ZVEH. Die Studie spiegelt diese Trends wider und gibt einen Ausblick auf 2005 – ein vielversprechendes Jahr für die Solarbranche.