Solarenergie-Förderverein Deutschland

Solarstromanlagen: Anschlussverzögerungen nicht hinnehmen

Einige Netzbetreiber sind offenbar mit der Flut an Anmeldungen für neue Solaranlagen überfordert, denn bei der Bearbeitung von Anträgen kommt es zu Anschlussverzögerungen. Ziehen sich diese Verzögerungen bis ins nächste Jahr, ist das für den Anlagenbetreiber ärgerlich, denn dann gibt es eine geringere Einspeisevergütung erhalten.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Aachen (red) - Immer mehr Hausbesitzer entscheiden sich für eine Solarstromanlage auf dem eigenen Dach. Den Strom, der mit der Anlage erzeugt wird, kann man ins öffentliche Stromnetz einspeisen, wofür man eine Vergütung erhält. Jedoch erhalten Solarstromanlagenbetreiber, die ihre Anlage erst 2010 offiziell in Betrieb nehmen, weniger Geld pro Kilowattstunde als Betreiber, die ihre Anlage schon dieses Jahr ans Netz bringen.

Durch Anschlussverzögerungen seitens der Netzbetreiber kann es passieren, dass nicht alle Anlagen noch in diesem Jahr angeschlossen werden können. Somit würden einige Betreiber nicht mehr von der vollen Vergütung profitieren können.

Anschlussverzögerungen nicht hinnehmen

Laut dem Solarenergie-Förderverein Deutschland müsse man aber eine solche Anschlussverzögerung nicht hinnehmen. Denn laut dem Erneuerbare-Energien-Gesetzt habe der Netzbetreiber die Pflicht dafür zu sorgen, dass eine Bearbeitung von Netzanschlussbegehren zügig von statten geht. Eine Arbeitsüberlastung befreie ihn nicht von dieser Verpflichtung. Für kleinere Anlagen, die in einem unkritischen Netzbereich angeschlossen werden sollen, gelte dies besonders.

Solarstromanlagen so früh wie möglich ankündigen

Der Rechtsanwalt Dr. Jochen Fischer empfiehlt Anlagenbetreibern, so früh wie möglich die Fertigstellung der Solarstromanlage anzukündigen, und zwar unter Angabe eines genauen Datums. Dabei sollte man in die Anmeldung einen Absatz einfügen, bei dem man sich auf das Erneuerbare-Energien-Gesetzt § 5 Abs.1 bezieht. Auch eine Meldefrist sollte dem Netzbetreiber geben werden, hierbei hält der Solarenergie-Förderverein Deutschland eine Frist von zwei Wochen als angemessen.

Letzter Ausweg ist Rechtsschutzverfahren

Ein zweites Schreiben mit einer kurzen Frist und einer Ankündigung einer Geltendmachung eventueller Verzögerungsschäden per Einschreiben empfiehlt Rechtsanwalt Dr. Fischer, wenn der Netzbetreiber sich nicht innerhalb der gegeben Frist meldet. Wenn der Netzbetreiber auch darauf nicht antwortet, bleibt nur noch die Möglichkeit eines Rechtsschutzverfahrens.

Weiterführende Links