Solarstromanlage auf Dach der Sporthalle Bad Dürrheim vorgestellt

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Heute ist die erste Solarstromanlage auf einem öffentlichen Gebäude in Bad Dürrheim der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Die 216 Solarmodule auf dem Dach der Salinensporthalle erzeugen auf 300 Quadratmetern Fläche jährlich rund 22500 Kilowattstunden Strom. Betrieben wird die Anlage von der Schölzl KG, Oberndorf-Bochingen. Alleiniger Abnehmer des produzierten Stroms ist der Ökostrom-Händler NaturEnergie AG, Grenzach-Wyhlen.


Die Solarstromanlage sei eine wertvolle Ergänzung und Bereicherung für das Bad Dürrheimer Umweltkonzept, erläuterte Bürgermeister Gerhard Hagmann bei einer Pressekonferenz. "Bad Dürrheim hat ein Umfeld von natürlicher Schönheit. Wir haben die Verpflichtung, dieses für unsere Bürger, Kurgäste und künftige Generationen zu erhalten. Solarenergie ist dabei eine gute Möglichkeit", so Hagmann. Im Vergleich zu einem Kohlekraftwerk erspart die neue Anlage in Bad Dürrheim den Ausstoß von 18 Tonnen Kohlendioxid im Jahr. Die Stadt stellt das Dach der Salinensporthalle kostenlos zur Verfügung. Der erzeugte Strom wird von der NaturEnergie AG aus dem südbadischen Grenzach-Wyhlen abgenommen. "Wir wollen möglichst viele neue Anlagen für erneuerbare Energien ans Netz bringen", betonte Kerstin Kaproth von der NaturEnergie AG. "Nur so ist eine Verdopplung des Anteils regenerativer Energien, wie ihn die Bundesregierung bis 2010 plant, möglich." Derzeit stammt rund sechs Prozent des produzierten Stroms aus erneuerbaren Energiequellen wie Wasserkraft, Sonnen- und Windenergie oder Erdwärme.


Die Stromerzeugung aus Solarenergie erlebe momentan einen enormen Schub, erklärte Günter Schölzl von der Schölzl KG, Erbauer und Betreiber der Bad Dürrheimer Anlage. Seit 1. April 2000 ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in Kraft. Dessen Ziel ist es, den Einsatz von Techniken zur Stromerzeugung aus regenerativen Energieträgern zu fördern und ihnen durch massenhafte Anwendung zum Durchbruch zu verhelfen. Die NaturEnergie AG vergütet den Strom aus der Bad Dürrheimer Anlage mit 99 Pfennig je Kilowattstunde. Durch eine langfristige Abnahmegarantie des Ökostrom-Händlers wurde der Neubau der Anlage ermöglicht. "Somit ist für uns als Betreiber von Solarstromanlagen eine Sicherheit gegeben, nicht auf den Kosten sitzen zu bleiben", sagte Günter Schölzl bei der Vorstellung der Anlage. Die Errichtung der 400.000 DM teuren Anlage wurde durch das 100.000 Dächer-Programm der Bundesregierung gefördert.