Lukrative Förderprogramme

Solarstrom: Steuerliche Vorteile durch Netzeinspeisung

Eigentümer privater Photovoltaikanlagen, die ihren umweltfreundlich erzeugten Strom ins öffentliche Netz einspeisen, erhalten für 20 Jahre eine Vergütung von 54,53 Cent pro Kilowattstunde. Wer den Strom dauerhaft ins Netz einspeist, gilt zudem umsatzsteuerlich gesehen als Unternehmer und erhält steuerliche Vorteile.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Wer sein Eigenheim oder seinen vermieteten Grundbesitz mit einer Fotovoltaikanlage bestückt und den Öko-Strom ins öffentliche Netz einspeist, schont dank lukrativer Förderprogramme des Staates mit dem selbst produzierten Öko-Strom die Umwelt und den eigenen Geldbeutel. Kernstück der Solarförderung ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) des Bundes. Darin werden die Stromnetzbetreiber verpflichtet, jeglichen in einer privaten Anlage aus Wasserkraft, Windkraft, solarer Strahlungsenergie, Geothermie, Deponiegas, Klärgas, Grubengas und Biomasse erzeugten Strom zu einem festen Einspeisepreis abzunehmen.

Geht die Solaranlage in diesem Jahr ans Netz, beträgt die Vergütung bei einer Leistung bis einschließlich 30 Kilowatt 54,53 Cent pro eingespeiste Kilowattstunde. Grundeigentümer, die ihre Anlage in die Fassade integrieren, kassieren sogar noch mehr. Aufgrund höherer Baukosten können sie einen Aufschlag von fünf Cent je Kilowattstunde verlangen. Die Vergütung wird für das Jahr der Inbetriebnahme und die folgenden 20 Jahre festgeschrieben.

Wegen der hohen, gesetzlich fixierten Vergütung rechnet es sich, den selbst produzierten Öko-Strom komplett an den Netzbetreiber abzugeben und den Privatbedarf wie gehabt aus dem öffentlichen Netz über den Verbrauchszähler zu beziehen. Zur Finanzierung von Solaranlagen an Wohngebäuden vergibt die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zinsgünstige Darlehen.

Mit dem sauberen Saft aus der Steckdose stehen Grundbesitzer auch steuerlich auf der Sonnenseite. Wer seinen selbst erzeugten Öko-Strom dauerhaft gegen Bezahlung ins öffentliche Netz einspeist, gilt umsatzsteuerlich als Unternehmer (BMF-Schreiben, AZ: IV B 7 - S 7104 - 47/01). Damit müssen Anlagenbetreiber zwar die in der einkassierten Einspeisevergütung enthaltene Mehrwertsteuer von 16 Prozent an den Fiskus abführen. Im Gegenzug können sie jedoch die auf den Baukosten der Anlage lastende Mehrwertsteuer, die vom Hersteller oder Handwerker in Rechnung gestellt wurde, gegenrechnen.

Gleiches gilt für die im laufenden Betrieb anfallende Mehrwertsteuer auf notwendige Wartungs- und Reparaturkosten. Damit ergibt sich gerade im Jahr der Inbetriebnahme der Anlage ein hoher Steuererstattungsanspruch gegen den Fiskus, den betroffene Öko-Stromer konsequent einfordern und als Finanzierungsbaustein nutzen sollten.

Damit der Steuerrubel rollt, müssen allerdings getrennte Stromzähler installiert werden. Der Fiskus will damit sichergehen, dass der selbst produzierte Strom nicht teilweise für private Zwecke abgezweigt wird. Einkommensteuerlich gelten die Stromerzeuger beim Fiskus als Gewerbetreibende (Erlass der OFD Berlin vom 27.4.2004 - St 121 - G 1400 - 1/01).

Die Baukosten für die Solaranlage dürfen nicht auf einen Schlag steuerlich geltend gemacht werden. Das Finanzamt legt vielmehr eine Nutzungsdauer von 20 Jahren zu Grunde und akzeptiert die Investitionskosten daher nur scheibchenweise über eine jährliche Abschreibungsrate. Von den jährlichen Einnahmen aus Stromverkäufen dürfen neben der Abschreibung auch Finanzierungskosten (Zinsen und Gebühren) sowie sonstige Kosten (Versicherung, Wartung, Instandhaltung) abgezogen werden. Ergibt sich ein positiver Saldo, muss dieser mit anderem Einkommen zusammen versteuert werden. Ein Verlust kann im Gegenzug Steuer sparend verrechnet werden.

Von Michael Degethof