Studie

Solarstrom bringt angeblich wenig für deutsche Energieversorgung

Die Förderung erneuerbarer Energien wird möglicherweise nicht zu den gewünschten Effekten führen. Das berichtet zumindest "Die Welt" heute und beruft sich auf Zahlen einer Studie führender Umwelt- und Wirtschaftsforschungsinstitute. Demnach wird Solarstrom im Jahr 2020 nur 1,5 Prozent des Bedarfs decken können.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Trotz hoher Einspeisungsvergütungen von mehr als 20 Milliarden kann Solarstrom in den kommenden Jahren keinen nennenswerten Beitrag zur Energieversorgung leisten. Die Zeitung "Die Welt" (Freitagausgabe) berichtet heute unter Berufung auf eine Studie führender Umwelt- und Wirtschaftsforschungsinstitute im Auftrag des Bundesumweltministeriums, Solarstrom werde im Jahr 2020 lediglich etwa 1,5 Prozent des deutschen Strombedarfs decken können. Als Ersatz für die bis dahin abgeschalteten Atomkraftwerke komme Solarstrom damit nicht einmal ansatzweise in Frage.

Unabhängigen Experten hätten die Zahlen der Studie bestätigt, schrieb das Blatt. Solarstrom werde die Windkraft im Jahre 2018 als größten Empfänger von Beihilfen aus dem Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) ablösen, sagte Frithjof Staiß, Leiter der "Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien - Statistik" dem Blatt.

Nach dem wahrscheinlichen Ausbauszenario werde die Stromerzeugung aus Sonnenenergie zwischen 2005 und 2020 rund 28 Milliarden Euro an Einspeisevergütungen aus der EEG-Umlage erhalten. Dieser Mitteleinsatz führe voraussichtlich zu einem Solar-Anteil am deutschen Bruttostrombedarf von 1,55 Prozent im Jahre 2020. Im Vergleich dazu werde der Beitrag der ähnlich stark geförderten Windenergie immerhin bei knapp 14 Prozent liegen.

Gleichzeitig teilte der VDEW heute mit, dass Verbraucher etwa ein Drittel der geplanten Investitionen der Erneuerbare-Energien-Branche finanzieren müssten. "Wir begrüßen grundsätzlich die Investitionen in die regenerativen Energien, da diese ein fester Bestandteil im Energiemix der deutschen Stromwirtschaft sind", sagte der stellvertretenden VDEW-Chef Roger Kohlmann. Jedoch würden sich die vom BEE in dieser Woche genannten Investitionssummen nicht nur auf die Stromerzeugung beziehen, sondern zum Beispiel auch auf Biokraftstoffe und den Einsatz von Biomasse für die Wärmeerzeugung. Damit die regenerativen Energien langfristig in einem wettbewerblichen Strombinnenmarkt eine relevante Rolle spielen, müssten sie marktfähig und unabhänging vom Subventionstropf werden, forderte er.