Netzparität

Solarstrom bald genauso günstig wie konventioneller Strom

Die Kosten für die Erzeugung von Solar- und konventionellem Strom könnten in Deutschland spätestens in vier Jahren gleich hoch sein. Indes erhalten Betreiber von Solaranlagen offenbar seit Jahren staatliche Fördergelder, die weit über den tatsächlichen Kosten der Anlage liegen.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Düsseldorf, Frankfurt/Main (dapd/red) - Dass in vier Jahren die Kosten so weit gesunken seien, prognostiziert der Chef des börsennotierten Reutlinger Maschinenbauers Manz, Dieter Manz. "Bei Dünnschicht-Modulen nähern wir uns in großen Schritten Produktionskosten von 50 Cent je Watt Modulleistung. Damit wird Solarstrom in immer mehr Märkten billiger als gekaufter Strom vom Energieversorger", sagte Manz der "Wirtschaftswoche" laut einer Vorabmeldung vom Samstag.

Förderung für Solarenergie bald einstellen

Bis aber Netzparität erreicht werde, bleibe die Industrie auf staatliche Förderung angewiesen. Dann könne die Einspeisevergütung komplett eingestellt werden. "Im Gegenzug sollte die Regierung aber den privaten Eigenverbrauch begünstigen", sagte Manz.

Solarenergie ist billiger als gedacht

Wie die "Frankfurter Rundschau" (Montagsausgabe) unter Berufung auf eine Präsentation des Chemiekonzerns Wacker berichtet, erhalten Betreiber von Solarstromanlagen offenbar seit Jahren staatliche Fördergelder, die weit über den tatsächlichen Kosten der Anlage liegen.

Laut den Berechnungen liegen zum Beispiel die Kosten für Bau und Betrieb einer Anlage auf offener Fläche derzeit bei 15 Cent pro Kilowattstunde. Dies schließt laut Wacker eine moderate Rendite für den Betreiber ein. Tatsächlich würden aber 21,1 Cent gezahlt.

Auch bei kleineren Dachanlagen seien die Vergütungen enorm hoch. Während laut Wacker gut 22 Cent nötig wären, werden über das Erneuerbare-Energien-Gesetz auf 20 Jahre garantiert 28,7 Cent pro Kilowattstunde gezahlt.