Mit Sonnenenergie durchs Teufelsmoor

Solarschiff bei Bremen könnte "ein Tourismusknaller" werden

Auf dem Fluss Hamme zwischen dem Künstlerdorf Worpswede und Ritterhude bei Bremen könnte schon bald ein Solarboot kreuzen. Das wäre "mein Beitrag für umweltfreundlichen Tourismus", sagt der Bootsbauer und Schiffskonstrukteur Horst Glacer aus Garlstedt.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Garlstedt (ddp-nrd/sm) - Die Pläne für das speziell auf das Gewässer zugeschnittene Wasserfahrzeug liegen fertig in der Schublade des 73-Jährigen, der auf 50 Jahre Schiffbauerfahrung zurückschauen kann.

Zwar gebe es bereits ein Ausflugsschiff auf dem braunen Wasser des Moorflusses, doch habe das einen konventionellen Antrieb. Das Design seines Bootes verbinde die traditionelle Rumpfform der Torfkähne aus dem Teufelsmoor mit moderner Antriebstechnik, sagt Glacer. Ein Solarboot wie seines mit immerhin 50 Fahrgastplätzen gibt es bisher nicht, wie Glacer betont.

Fährt auch, wenn die Sonne nicht scheint

Die Schubkraft für die Fahrt sollen 24 Solarmodule mit einer Fläche von knapp 17 Quadratmetern auf dem Dach der Fahrgastkabine liefern, erläutert er. Die Sonne müsse nicht unbedingt scheinen. "Energie gibt es auch bei bedecktem Himmel", sagt Glacer. Angetrieben würde das rund 240.000 Euro teure Wasserfahrzeug von zwei je 3000 Watt starken Elektromotoren. "Lärm, Abgase oder Ölverschmutzungen sind damit kein Thema", betont der Konstrukteur. Eigentlich sei das "der Idealtyp von Schiff" zum Befahren eines Gewässers in einer Landschaft, in die bereits für den Erhalt und die Renaturierung Bundes- und EU-Mittel in Millionenhöhe geflossen seien.

Dass es bisher keinen Investor für das Schiff gibt, kann Glacer nicht verstehen. Da der Landkreis Osterholz auf die "weiße Industrie" setze, wäre so ein Boot "ein Tourismusknaller". Bei der "Gläsernen Werft" in Bremen-Vegesack, wo das Solarboot auf Kiel gelegt werden könnte, steht man den Plänen positiv gegenüber, wie Geschäftsführerin Dagmar Oldenburg sagt. In den Hallen in Bremen-Nord lernen Langzeitarbeitslose Berufe, die mit Boots- und Schiffbau zu tun haben. Finanziert werden die Projekte mit Geld aus Brüssel. Da für das Solarschiff ein öffentlicher Auftraggeber erforderlich sei, müsste der Landkreis Osterholz die Bestellung aufgeben. Sonst gibt es keine EU-Gelder. Der Antrag auf Zuschüsse ist inzwischen gestellt. Nach Einschätzung von Mielke und Oldenburg hat er gute Chancen, bewilligt zu werden.