Gemeinderat dagegen

Solarkraftwerk in Bliesransbach wird nicht gebaut

Die weltweit größte Solaranlage mit einer Spitzenleistung von 8,5 Megawatt pro Stunde wird nicht gebaut - zu groß war der Widerstand, auf einer bislang landwirtschaftlich genutzten Fläche von 30 Hektar Photovoltaikanlagen zu errichten. Saarlands Umweltminister Stefan Mörsdorf zeigte sich mehr als enttäuscht.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Saarbrücken (ddp-rps/sm) - Die Pläne für ein Solarkraftwerk im saarländischen Bliesransbach sind gescheitert. Wie Umweltminister Stefan Mörsdorf (CDU) am Dienstag in Saarbrücken mitteilte, entschied sich der Kleinblittersdorfer Gemeinderat gegen das Vorhaben. "Wenn selbst solche Projekte nicht mehr realisierbar sind, muss einem Angst und Bange um den Standort Deutschland werden", fügte Mörsdorf hinzu.

Der Minister kündigte an, dem Investor bei der Suche nach einer Alternativfläche zu helfen. "Ich hoffe, dass es gelingt, diese Investition an anderer Stelle im Saarland zu verwirklichen. Das liegt sowohl im Interesse unseres Landes als auch im Interesse der Umwelt", sagte Mörsdorf.

Verantwortlich für das Scheitern sei vor allem die Haltung des Umweltverbandes BUND, der SPD und der Grünen. Sie hätten Stimmung gegen ein Projekt gemacht, für das sie selbst durch die Verabschiedung des Gesetzes zur Förderung der Erneuerbaren Energien die "Rahmenbedingungen geschaffen haben". Damit seien Investoren ausdrücklich aufgefordert worden, in Solarkraftwerke auch auf Ackerflächen zu investieren.

Das Argument der Projektgegner, man könne Photovoltaik ja auf Dächern statt auf landwirtschaftlichen Nutzflächen installieren, zieht für Mörsdorf nicht. "Wenn es so einfach wäre, dann wären längst auf allen Hausdächern Solarzellen". In zehn Jahren intensivster Förderung durch das Land seien im ganzen Saarland lediglich rund vier Megawatt Spitzenleistung in Fotovoltaikanlagen auf Dächern installiert worden. Diese Module deckten nur Bruchteile einer Promille des Strombedarfes ab - allein die geplante Anlage in Bliesransbach hätte hingegen das Doppelte an Stromertrag geliefert, so Mörsdorf.

Mörsdorf fügte hinzu: "Wer sich so verhält, ist ein politischer Schiffschaukelbremser: erst eine Sache anstoßen und dann aber, wenn es ernst wird, kräftig auf die Bremse treten".