Dennoch Unsicherheit

Solarindustrie erweitert Produktionskapazitäten

Der Bundesverband Solarindustrie (BSi) und die Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft (UVS) fordern dringend eine Anschlusslösung an das 100.000-Dächer-Programm. Weitere Verzögerungen würden zu einem Fadenriss in der überaus erfolgreichen High-Tech-Branche führen.S eit 1999 hat sich der deutsche Markt für Solarstromtechnik auf etwa 120 Megawatt verzehnfacht.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

In dieser Woche werden gleich zwei neue Produktionsanlagen für Solarzellen in Betrieb genommen. Der sachsen-anhaltische Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) weihte gestern in Thalheim bei Bitterfeld das neue Werk der Q-Cells AG ein. Heute geben Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Bündnis 90/Die Grünen) und der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Peer Steinbrück (SPD) den Startschuss für die zweite Produktionslinie von Shell Solar in Gelsenkirchen.

Dennoch sei die Branche derzeit verunsichert, sagen der Bundesverband Solarindustrie (BSi) und die Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft (UVS) unisono. Nach dem Auslaufen des 100.000 Dächer-Programms kam es bisher zu keiner Anschlusslösung. Deutsche Solarunternehmer würden dringend auf die angekündigte gesetzliche Neuregelung im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) zur Förderung von Solarstrom-Anlagen (Photovoltaik) warten.

Derzeit zeichnet sich eine Verabschiedung der Gesetzesnovelle erst Mitte 2004 ab. Der Bundesverband Solarindustrie (BSi) und die Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft (UVS) fordern daher ein Vorziehen der Novelle auf den 1. Januar 2004. Weitere Verzögerungen würden zu einem Fadenriss in der überaus erfolgreichen High-Tech-Branche führen. BSi-Geschäftsführer Gerhard Stryi-Hipp: "Ab 1. Januar werden alle Solarkunden abwarten und ihre Aufträge bis zur Verabschiedung der Novelle zurückstellen. Ein halbes Jahr ohne Umsatz ist für Hersteller, Händler und Installateure eine Katastrophe, die viele Unternehmen nicht überleben werden." UVS-Geschäftsführer Carsten Körnig unterstreicht in diesem Zusammenhang: "Kontinuität bei der Förderung ist die Eintrittskarte Deutschlands für einen der wichtigsten Wachstumsmärkte und Schlüsseltechnologien der Zukunft."

Nach Ansicht von BSi und UVS gibt es keinen Anlass für eine weitere Verzögerung des Gesetzgebungsverfahrens im Bereich Photovoltaik. Seit 1999 hat sich der deutsche Markt für Solarstromtechnik auf etwa 120 Megawatt verzehnfacht. Dadurch konnte die Industrie umfangreiche Produktionsstätten aufbauen und die Preise für Solarstromanlagen um über 20 Prozent senken. Im starken internationalen Wettbewerb hat sich die deutsche Solarindustrie hinter Japan, das ein Marktvolumen von 250 Megawatt aufweist, eine führende Marktposition erarbeitet.