Verzögerte Gesetzesnovelle

Solarindustrie besorgt: Nach Boom droht Absturz

Die Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft (UVS) und der Bundesverband Solarindustrie (BSi), die zusammen knapp 500 deutsche Solarunternehmen vertreten, warnen vor einem "Fadenriss in der erfolgreichen High-Tech-Branche". Grund: Verzögerungen beim Ersatz des 100 000 Dächer-Solarstrom-Programms und die Ungewißheit darüber, wann eine Auffanglösung greift.

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Die deutsche Solarindustrie sieht sich in ihrer Existenz bedroht. Verzögerungen beim Ersatz des ausgelaufenen 100 000 Dächer-Solarstrom-Programms sowie die Ungewißheit darüber, wann eine Auffanglösung greift, verunsichern die Branche. Bereits jetzt spüren die Solarunternehmen eine deutliche Zurückhaltung bei Neuinvestitionen. Damit ist Deutschlands Vorsprung bei der Schlüsseltechnologie Photovoltaik akut in Gefahr, warnen die Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft (UVS) und der Bundesverband Solarindustrie (BSi). Beide Verbände vertreten zusammen rund 500 deutsche Solarunternehmen.

Eine Auffanglösung für das im Juni diesen Jahres ausgelaufene 100.000-Dächer-Programm zur Förderung von Solarstromanlagen ist im Rahmen der geplanten Novelle des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) für Mitte nächsten Jahres vorgesehen. Aus Sicht der Industrieverbände ist das zu spät. Die Solarverbände fordern ein Inkrafttreten spätestens zum 1. Januar 2004. Weitere Verzögerungen könnten zu einem Fadenriss in der erfolgreichen High-Tech-Branche führen. "Lange kann die Branche vom Solarboom der letzten Jahre nicht zehren", mahnt UVS-Geschäftsführer Carsten Körnig.

Frank Asbeck, Sprecher des Vorstandes der SolarWorld AG, die derzeit knapp 250 Millionen Euro in den Ausbau deutscher Solarfabriken in Sachsen investiert: "Der Heimatmarkt bricht weg. Jeder weitere Monat Verzögerung verhindert die Schaffung von Arbeitsplätzen und wirft unsere Zukunftstechnologie im Wettbewerb mit Japan empfindlich zurück."