Weniger Geld für Photovoltaik

Solarbranche: Protest gegen Kürzung der Solarförderung

Mehrere Hundert Mitarbeiter der Solarbranche in Sachsen-Anhalt haben am Donnerstag gegen die geplante neuerliche Senkung der Einspeisevergütung für Solarstrom protestiert. Laut dem Geschäftsführer von PV Crystalox Solar Silicon, Hilmar Tiefel, wären Arbeitsplätze sowie Investitionen gefährdet.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Bitterfeld (ddp-lsa/red) – Durch die Senkung der Einspeisevergütung für Solarstrom würden Arbeitsplätze und Investitionen gefährdet, sagte der Geschäftsführer der PV Crystalox Solar Silicon, Hilmar Tiefel, vor der Belegschaft. Die Mitarbeiter des Unternehmens hatten mit einer Kundgebung fünf Minuten vor 12.00 Uhr den Auftakt zu Protesten gegeben. Auf Plakaten forderten sie einen "Stopp der Solarkürzungen". "Wer die Solarenergie beschneidet, beschneidet uns!", hieß es auf anderen Transparenten.

Investitionen von mehr als 100 Millionen Euro

Crystalox hat nach eigenen Angaben am Standort Bitterfeld mehr als 100 Millionen Euro investiert und mehr als 100 Arbeitsplätze geschaffen. Im vergangenen Jahr wurde dort die Produktion von Solar-Silizium aufgenommen. Das Unternehmen ist Mitglied der PV Crystalox-Gruppe, die weltweit zu den größten Herstellern von Siliziumscheiben für die Solarindustrie zählt.

Kürzung der Subventionierung

Solarstrom wird derzeit in Deutschland im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) gefördert. Die Betreiber einer Anlage müssen den Strom in das öffentliche Netz einspeisen und erhalten für eine Kilowattstunde Solarstrom über 20 Jahre eine feste Vergütung von aktuell maximal 43,01 Cent. Die Bundesregierung will diese Subventionierung zum 1. April 2010 um 15 Prozent kürzen. Zum 1. Januar 2010 waren es bereits neun Prozent.