Risikofaktor

Solaranlagen werden zur Gefahrenquelle beim Hausbrand

Solarenergie ist ein besonders schnell wachsender Zweig der erneuerbaren Energien. Auch immer mehr Verbraucher erzeugen ihren Ökostrom mit einer Photovoltaikanlage. Doch in Sachen Brandgefahr gerät die Solaranlage zunehmend in die Kritik – brennt es nämlich, wird es für Häuser mit Solardach gefährlich.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Ebersberg (red) - Versicherer und Hersteller sind sich zwar einig, dass Photovoltaikanlagen kein erhöhtes Brandrisiko darstellen, aber wenn es einmal brennt, ist die Gefahr für die Feuerwehrleute groß. Das Hauptproblem besteht darin, dass sich Solaranlagen nicht einfach abschalten lassen, wie merkur-online berichtet. Sie produzieren weiterhin Strom mit bis zu 1000 Volt. Diese Hochspannung macht die Arbeit der Feuerwehr sehr gefährlich.

Brände können nicht gelöscht werden

Zusätzliche Probleme entstehen, weil man nicht von oben an das Gebäude herankommt und das Dach nicht öffnen kann. Eine weitere Gefahr geht von Stromkabeln aus, die sich durch den Brand lösen. Das alles macht es nötig, ausreichende Sicherheitsabstände einzuhalten, weil die Gefahr für die Einsatzkräfte sonst zu groß wird. Dies war beispielsweise im Februar 2010 der Fall, als die Feuerwehr ein großes Wohnhaus in Schwerinsdorf kontrolliert abbrennen lassen musste. Höhere Versicherungsprämien für Besitzer einer Solaranlage könnten eine Konsequenz der Risiken sein, deren man sich immer mehr bewusst wird.

Lösungsansätze

Schon das Licht der Einsatzfahrzeuge genügt laut Uli Proske, Kommandantensprecher des Landkreises Ebersberg, um nachts in den Solarmodulen eine gefährliche Spannung zu erzeugen. Über technische Lösungen wird schon länger nachgedacht. Eine Möglichkeit könnte ein Sprengschalter sein, der im Brandfall Hochspannung in den Leitungen verhindert. Weitere Ansätze liegen in der Isolierung der Kabel oder einer Kunststoffmasse, die die Feuerwehr beim Einsatz über die Module spritzen kann, um sie abzudunkeln.