Urteile

Solaranlagen-Besitzer können Steuern erstattet bekommen

Auch private Betreiber einer Solaranlage können vom Finanzamt die Erstattung sogenannter Vorsteuern beanspruchen. Das bekräftigte der Bundesfinanzhof (BFH) in München mit drei am Mittwoch veröffentlichten Urteilen und entschied dabei gleichzeitig, wie die Höhe dieser Erstattung zu berechnen ist.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

München (afp/red) - Auch private Betreiber einer Solaranlage gelten als Unternehmer, wenn sie mit dem Verkauf ihres Stroms dauerhaft Einnahmen erzielen. Damit unterliegen sie auch der Umsatzsteuer und können die Vorsteuer geltend machen. Nach Installation der Anlage bekommen sie so die gesamte in ihren Rechnungen enthaltene Umsatzsteuer erstattet. Auf ihre eigenen späteren Rechnungen für aus Solarenergie gelieferten Strom schlagen sie dann die Umsatzsteuer auf und führen diese an das Finanzamt ab. (Az.: XI R 29/09, XI R 21/10 und XI R 21/10)

Fiktive Umsätze durch Solarenergie einberechnet

Seit Jahresbeginn werden dabei aber nur noch die Ausgaben berücksichtigt, die dem Betrieb der Solaranlage zuzurechnen sind. Wird die Anlage auf einem neuen oder neu sanierten Haus oder Carport errichtet, war jedoch umstritten, welche Kosten dies sind. Der BFH entschied dazu nun, dass die Gesamtkosten aufzuteilen sind. Maßstab sind dabei fiktive Umsätze, etwa die Einnahmen, die durch eine Vermietung des Hauses und eine Vermietung des Dachs erzielt werden könnten.

Bis Ende 2010 war entscheidend, ob die gewerbliche Nutzung des Hauses mindestens zehn Prozent betrug. Dann konnte sogar die Vorsteuer für das gesamte Haus geltend gemacht werden. Nach den neuen BFH-Urteilen gilt hier ebenfalls der Schlüssel fiktiver Einnahmen. Betragen die für das Dach mindestens zehn Prozent der erzielbaren Gesamtmiete, ist der Vorsteuerabzug zulässig.