Abwägungssache

Solaranlage aufs Dach trotz Zuschusskürzung?

Wer sein Eigenheim mit Solarenergie aufrüsten möchte, sollte sich zunächst genau informieren. Unterschiedliche Varianten der Anlagen zur Nutzung der Sonnenenergie sowie Kürzungen der Zuschüsse fordern eine Entscheidung. Welche Anlage aber ist für welchen Verbraucher interessant?

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) – Für die Strom- oder Wärmegewinnung werden zwei unterschiedliche Systeme verwendet: Photovoltaik- oder Solarthermie-Anlagen, wobei letztere Heizungs- oder Trinkwasser erwärmt. Beide Solarenergie Systeme erfreuen sich großer Beliebtheit, bis zum Ende des Jahres 2010 sollen über zwei Millionen Anlagen installiert worden sein. Dieser Anstieg geht klar auf das Konto der geplanten Förderungskürzungen durch die Bundesregierung, die einen zusätzlichen Boom ausgelöst haben. Welche Anlage aber ist für wen interessant?

Förderungskürzungen bis zu 50 Prozent

Beide Anlageversionen werden in Zukunft geringer subventioniert: Rückwirkend zum 1. Juli 2010 hatte die Bundesregierung die Bezuschussung der Photovoltaik-Anlagen zunächst um 13 Prozent und im Oktober um weitere drei Prozent gesenkt. Im Zuge der Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes soll laut BSW bis zum Januar 2012 eine schrittweise Kürzung der Solarenergie-Förderung um weitere 34 Prozent erfolgen. Auch bei der Solarthermie sind Kürzungen erfolgt: Laut der Deutschen Energie Agentur (dena) wird zum Beispiel eine Kollektorfläche von acht Quadratmetern nur noch mit 720 Euro bezuschusst.

Solarthermie für Warmwasser oder zum Heizen

Solarthermie-Anlagen lohnen sich vor allem in den Haushalten, die einen hohen Warmwasserverbrauch haben. Die Energieexperten der dena raten außerdem dazu, vor der Installation auf gut isolierte Wände und andere "Wärmeräuber" zu achten und die trotz Solaranlage nötige Heizung nur gezielt anzuschalten. Mit Solarthermie-Anlagen sei man in der Lage, zirka 20 Prozent der Heizenergie zu sparen. Berechnungen der dena zufolge liegen die Kosten für eine Solarthermie-Anlage, die Warmwasser erzeugt, für eine vierköpfige Familie bei mindestens 4000 Euro. Will man auch seine Heizkosten senken, sei eine Investition von bis zu 12.000 Euro denkbar.

Die Rechnung als Anlagenbetreiber

Bei Photovoltaik-Anlagen zur Stromerzeugung ist eine andere Rechnung zu betrachten, denn dann kann man als Anlagenbetreiber mit einer ganz netten Rendite rechnen. Nach einer Investition für eine 40-Quadratmeter-Anlage von zirka 15.000 Euro bezieht man Vergütungen von den Netzbetreibern und kann im Schnitt auf Renditen zwischen sechs und acht Prozent hoffen. Wer den Strom für den eigenen Haushalt verwenden will, sollte die Einsparungen im Vergleich betrachten und eine Wirtschaftlichkeitsrechnung machen. Denn es dauert eine Weile, ehe sich der Einsatz der Anlage amortisiert. Übrigens: Bei beiden Solaranlagen empfiehlt sich die Beratung durch einen Fachmann. Denn auch beim Aufbau der Anlage können Laien viel falsch machen.