Umstritten

Solaranlage auf Skihallendach wird doppelt gefördert

Die Skihalle Hamburg-Wittenburg wird künftig mit Sonnenstrom versorgt. Nach mehrfachen Verzögerungen soll die Solaranlage in den kommenden Wochen in Betrieb genommen werden, sagte ein Sprecher des Skihallen-Betreibers der Nachrichtenagentur dapd. Der Betreiber indes kassiert Subventionen gleich doppelt.

Förderung Solarenergie© stormpic / Fotolia.com

Wittenburg/Schwerin (dapd/red) - Aus Sonne wird Schnee, und die Pistenabfahrt macht gleich doppelt so viel Spaß: Die Skihalle im mecklenburgischen Wittenburg will den Schnee künftig mit Sonnenstrom herstellen und hat sich eine riesige Solaranlage aufs Dach gesetzt. In wenigen Tagen soll sie ihren Betrieb aufnehmen, der Halle ein grünes Image und den Besuchern ein ökologisch reines Gewissen geben.

Doch in der Politik führt sie zu Streit. Denn obwohl die Anlage durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz gefördert wird, gibt die Schweriner Landesregierung noch eine Million Euro hinzu. Die Grünen kritisieren die rot-schwarze Regierung daher für eine "verdeckte Subventionierung" der Skihalle und sprechen von einer "Förderpolitik nach Gutsherrenart".

Halle würde sich auch ohne Förderung rentieren

Die Landesregierung argumentiert, mit dem Geld werde die Wettbewerbsfähigkeit der Skihalle gestärkt, und 150 Arbeitsplätze würden gesichert. Der Betreiber räumt ein, dass sich die Solaranlage auch ohne Landesförderung rentieren würde.

Übrigens: Wer ein Tagesticket für 49 Euro kauft, zahlt davon ungefähr 30 Euro nur für den Strom. Denn der Betrieb der Halle frisst unheimlich viel Energie: Am Tag werden nach Angaben des Betreibers 40.000 Liter Schnee produziert, zudem muss die Halle gekühlt werden. Im Jahr verbraucht die Skihalle ungefähr so viel Strom wie 1.700 Drei-Personen-Haushalte.