Neue Fabrik im Bau

Solar-Unternehmen kann starke Nachfrage kaum bedienen

Die steigenden Öl- und Gaspreise bescheren der Solarbranche Wachstumsraten, von denen andere Wirtschaftszweige nur träumen können. Eine Steigerung von 60 bis 70 Prozent bei den Sonnenkollektoren verzeichnet das Solartechnik-Unternehmen Wagner & Co aus Cölbe bei Marburg, einer der führenden Hersteller von solarthermischen Anlagen.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Cölbe (ddp-hes/sm) - Die Nachfrage ist so groß, dass die Kunden mit Lieferzeiten von sechs bis acht Wochen rechnen müssen. Damit das nicht so bleibt, baut das Unternehmen für mehr als sechs Millionen Euro eine neue Fabrik. Am 2. Oktober soll die energieautarke Solarfabrik eröffnet werden, in der bis zu 250.000 Sonnenkollektoren jährlich gebaut werden sollen. Bislang wird noch nicht einmal halb so viel produziert.

"Wenn die Ölpreise steigen, öffnen sich die Leute für neue Energieformen", sagt Geschäftsführer Klaus Schweitzer. Mit der Verabschiedung der umstrittenen Solarsatzung im nahe gelegenen Marburg hat die Nachfrage aber wenig zu tun. Schweitzer freut sich zwar darüber, dass Marburg mit der Verpflichtung zur Solarthermie das Thema in die Diskussion bringt: "Für unseren Umsatz spielt dies aber kaum eine Rolle."

In diesem Jahr erwartet das Unternehmen einen Umsatz von 200 Millionen Euro. Die Zahl der Beschäftigten soll über 400 klettern. Es werden 40 neue Mitarbeiter eingestellt. Bei der Solarthermie nimmt der selbstverwaltete Betrieb inzwischen den dritten Platz hinter Großunternehmen wie Buderus und Viessmann ein. Es gibt Niederlassungen in Frankreich und Spanien.

Wagner & Co ist nicht das einzige hessische Unternehmen aus der Branche, das seine Kapazitäten stark aufstockt. Auch die SMA Technology AG aus Kassel baut für 40 Millionen Euro eine neue Fabrik. In der 25.000 Quadratmeter großen Anlage sollen Wechselrichter produziert werden, laut SMA "das Herz" jeder Solarstromanlage. SMA bezeichnet sich als Weltmarktführer für diese Komponente.