Forschung

Solar-Sandwiches können Sonnenlicht effektiv speichern

Die Technik der Konzentrator-Fotovoltaik auf Basis von mehreren Solar-Sandwiches ist für den Deutschen Zukunftspreis nominiert. Bislang wurde sie nur in der Raumfahrt eingesetzt. Die Mehrfach-Solarzellen sollen 500 Mal so viel Sonnenlicht einfangen können wie übliche Solarmodule.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Deutschland ist Vorreiter bei der Energiewende - bis 2022 sollen die Atomkraftwerke in Deutschland vom Netz gehen. Gleichzeitig soll die Stromgewinnung aus Sonne, Wind und anderen erneuerbaren Quellen massiv ausgebaut werden. Eine zentrale Säule für eine weltweite Energiewende ist die Solarenergie. Ihr Potenzial ist nahezu unerschöpflich. Doch die Stromerzeugung per Photovoltaik - der direkten Umwandlung von Sonnenlicht in elektrischen Strom - ist noch teuer und vergleichsweise ineffizient.

Jedes Modul deckt ein anderes Lichtspektrum ab

Eine Gruppe von Fraunhofer-Forschern aus Freiburg sowie der baden-württembergischen Unternehmen Soitec und Azur Space haben ein technisches Konzept entwickelt, um die Solarzellen effektiver zu machen. Dazu griffen die Forscher zu einem Trick: Sie kombinierten mehrere Solarzellen miteinander, die aus unterschiedlichen Materialien bestehen. Da jedes Material einen anderen Anteil des Regenbogenspektrums einfängt, lässt sich so insgesamt ein größerer Teil des Sonnenlichts zur Stromerzeugung nutzen. Zusätzlich konzentrieren Linsen das Licht der Sonne fünfhundertfach auf das Solarzellen-Sandwich.

Auf Nachführeinheiten werden die Module nach dem Sonnenstand ausgerichtet. Das erhöht zusätzlich den Wirkungsgrad - und soll die Technologie, die bislang nur in der Raumfahrt Verwendung fand, ökonomisch lukrativ machen. Künftig könnten sich damit Fotovoltaik-Kraftwerke vor allem in sonnenreichen Regionen realisieren lassen, die in großem Stil Solarstrom liefern.

Konzentrator-Fotovoltaik auf der Basis von Mehrfach-Solarzellen ist eine von drei Innovationen, die für den Deutschen Zukunftspreis 2011 nominiert sind. Den Sieger wird Bundespräsident Christian Wulff am 14. Dezember bekanntgeben.

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