"Solar - na klar!" zieht Bilanz: Klimaschutz schafft Arbeitsplätze

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Eine der größten Chancen im deutschen Klimaschutz bietet sich in den nächsten fünf Jahren: Etwa 4,5 Millionen Heizkessel sind erneuerungsbedürftig. Wenn sich eine Million Hausbesitzer zusätzlich eine Solarwärmeanlage anschaffen, dann spart das fast 25 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) und schafft 110 000 Jobs. Dies erklärten heute Vertreter der Kampagne "Solar - na klar!" auf der ISH, der internationalen Leitmesse für Sanitär und Heizung, in Frankfurt am Main.


"Von dieser Situation profitieren alle: die Umwelt, das Handwerk, die Wirtschaft und die Verbraucher", erklärte Prof. Dr. Maximilian Gege, geschäftsführender Vorstand des Bundesdeutschen Arbeitskreises für Umweltbewußtes Management e.V. (B.A.U.M.) und Sprecher von "Solar - na klar!". "Die jüngsten Expertenberichte zum globalen Klimawandel sind ein Alarmsignal. In Deutschland steigen die Emissionen des Treibhausgases CO2 wieder an. Deshalb möchten wir im Vorfeld der Fortsetzung des 6. Weltklimagipfels im Juli ein deutliches Zeichen setzen." Eine Untersuchung des Zentralverband Sanitär Heizung Klima ZVSHK hatte ergeben, dass derzeit pro Jahr etwa 400 000 Heizungen erneuert werden. Würde diese Rate um weitere 500 000 Anlagen erhöht, dann könnte der Modernisierungsstau bis 2005 vollständig abgebaut werden.
Das schafft etwa 90 000 Arbeitsplätze. 23,4 Millionen Tonnen CO2 könnten so eingespart werden. "Was fehlt, sind staatliche Anreize, um Deutschlands Haushalte zum Umrüsten zu bewegen. Steuerfreie Investitionszulagen wären eine sinnvolle Lösung. Hier ist die Initiative der Bundesregierung gefragt", erklärte Bruno Schliefke, Präsident des ZVSHK.


In 2000 ist der Solarwärme-Markt um mehr als 40 Prozent gewachsen. Fast die Hälfte aller Käufer nutzen dabei Fördergelder zum gleichzeitigen Einbau eines energiesparenden Heizkessels. Sollte sich das Marktwachstum mit jährlich 30 bis 50 Prozent fortsetzen, dann würden im Solarbereich bis 2005 zusätzlich 20 000 Arbeitsplätze entstehen. Und es würden weitere 1,2 Millionen Tonnen CO2 eingespart. "Bis zum Jahr 2005 will die Bundesregierung den Ausstoß von CO2 um 25 Prozent senken. Mit Solarwärme und Heizungsmodernisierung kann sie etwa ein Viertel dieses Ziels erreichen. Und sie kann damit insgesamt 110 000 Jobs schaffen. Deshalb würden wir es begrüßen, wenn die Fördermittel für Solarwärme mit dem steigenden Bedarf Schritt halten könnten", erklärte Gege.


Der Startschuss für "Solar - na klar!" fiel auf der ISH 1999. Die Bilanz der vergangenen zwei Jahre kann sich sehen lassen. Über 7300 Handwerker haben sich als Partner von "Solar - na klar!" registrieren lassen. Über 170 000 Infobroschüren und fast 100 000 Infopakete verteilte die Kampagne an Endkunden. Die Pressearbeit der Kampagne erzielte etwa 335 Millionen Leserkontakte. Veranstaltungen in allen Bundesländern mit Prominenz wie Bundeskanzler Gerhard Schröder, Bundespräsident Johannes Rau oder auch Jens Weißflog und Marie-Luise Marjan wollten die Öffentlichkeit für Solarwärme gewinnen. Finanziert wird die Kampagne zu einem großen Teil durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU).