Strom-News
UmfrageIn einer Umfrage der Meinungsforscher von Emnid für den Nachrichtensender N24 zeigt sich erneut eine breite Mehrheit gegen eine Abkehr vom Atomausstieg. Sogar unter den Unionswählern sprechen sich 57 Prozent gegen verlängerte Laufzeiten über 2021 hinaus aus. Doch noch scheint eine Entscheidung nicht festzustehen.
(Foto / Abb.: Bernd Boscolo / Pixelio.de)
Ende Juli hatten mehr als drei Viertel der Deutschen eine Laufzeitverlängerung von mehr als zehn Jahren für die heimischen Atomkraftwerke in einer Umfrage für die Wochenzeitung "Die Zeit" abgelehnt. 48 Prozent sprachen sich sogar dafür aus, die Laufzeiten gar nicht zu verlängern. Besonders hoch war die Ablehnungsquote in Baden-Württemberg.
Nach geltendem Recht muss der letzte der 17 deutschen Atommeiler um das Jahr 2022 herum abgeschaltet werden. Von einer Laufzeitverlängerung würden die vier großen Stromkonzerne deutlich profitieren. In einer aktuellen Analyse geht die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) davon aus, dass die Konzerne bei einem Strompreis von 52 Euro pro Megawattstunde im Falle einer Laufzeitverlängerung um zehn Jahre mit Zusatzgewinnen in Höhe von 44 Milliarden Euro rechnen könnten.
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Einem Pressebericht zufolge sieht es ganz danach aus, als sollten höchstens zehn Jahre längere Laufzeiten für Atomkraftwerke durchsetzbar sein. Weitere Ministerien unterstützen offenbar Umweltminister Röttgen - nicht zuletzt wegen der geänderten Mehrheitsverhältnisse im Bundesrat.
Durch die Brände in der Umgebung von Tschernobyl in der Ukraine ist nach Einschätzung des Bundesamtes für Strahlenschutz keine gesteigerte Radioaktivität in Deutschland zu erwarten. Gleichwohl gibt es auch in Deutschland Risiken für Atomanlagen bei Unwettern und Naturkatastrophen. Vor allem Erdbeben und Blitzeinschläge können gefährlich werden.
Einem Pressebericht zufolge bieten die AKW-Betreiber der Bundesregierung 30 Milliarden Euro an, wenn der Bund im Gegenzug auf die Atomsteuer verzichtet. Über einen derartigen Vertrag sei sogar schon mit einem Vertreter der Regierung verhandelt worden. Aus der Regierung hingegen hieß es, die Umsetzung der Steuer laufe bereits.
Atommüll aus Geesthacht und der Schweiz wird derzeit in die USA verschifft. Das Schiff mit der radioaktiven Ladung legte in Bremerhaven ab. Umweltschützer sehen in dem Transport Gefahr für Anwohner und Verkehrsteilnehmer.
Im Streit um längere Laufzeiten für die deutschen Kernkraftwerke zeichnete sich am Wochenende eine Kompromisslinie ab. Demnach könnten ältere Kernkraftwerke schon 2011 vom Netz gehen, andere dagegen, die als sicher angesehen werden, würden im Gegenzug länger laufen.Strompreise vergleichen
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