Sonnenstrom

So werden die Solar-Subventionen berechnet

Die Zuschüsse für die erneuerbaren Energien steigen massiv und der größte Preistreiber ist Solarstrom: Fast die Hälfte der für das kommende Jahr in der EEG-Umlage vorgesehenen rund 13 Milliarden Euro an Subventionen fließt in Photovoltaik-Anlagen. Doch wie berechnen sich die Zuschüsse eigentlich?

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München (afp/red) - Mit im Schnitt 40 Cent je Kilowattstunde liegt die Einspeisevergütung für die Hersteller von Solarstrom - darunter viele Privathaushalte - deutlich höher als bei Wind- oder Wasserkraft.

Wie funktioniert die Einspeisevergütung?

Hausbesitzer und Investoren erhalten für jede mit Solarenergie Anlagen produzierte und ins Netz eingespeiste Kilowattstunde Strom einen Cent-Betrag. Dessen Höhe hängt davon ab, wann die Anlage ans Netz genommen wurde - die zu diesem Zeitpunkt geltende Einspeisevergütung wird 20 Jahre gewährleistet. Für ab Juli auf Dächern installierte Solaranlagen gibt es um die 30 Cent je Kilowattstunde. Weil dieser Betrag früher deutlich höher lag und wegen der 20-jährigen Garantie kommt der Schnitt von 40 Cent zustande. Weil an den Strombörsen aktuell nur vier bis fünf Cent je Kilowattstunde gezahlt werden, schießt der Staat dem Investor die Differenz bis zu der versprochenen Vergütung zu.

Wie berechnet sich die Einspeisevergütung?

Die Höhe der Einspeisevergütung für den Besitzer der Solaranlagen richtet sich nach dem Standort und der Größe der Anlagen: Den größten Zuschuss gibt es für kleine Anlagen auf Hausdächern, den kleinsten für Anlagen auf Freiflächen - auf landwirtschaftlichen Äckern gibt es seit diesem Jahr gar nichts mehr. Festgelegt wird die Höhe der Vergütung von der Politik. Zur Festlegung der Vergütung wird regelmäßig von unabhängigen Gutachtern verglichen, wo die Erzeugungskosten für Solarenergie liegen. Die Gutachten sind aber nicht bindend: Das letzte Wort bei der Festsetzung der Sätze hat die Politik. Der technische Fortschritt führte zuletzt zu einem deutlichen Absinken der Zuschüsse. Sogar Umweltschützer kritisieren, dass die Vergütung oft zu hoch festgelegt wurde.

Woher kommen die Solaranlagen?

Immer mehr Solarzellen werden in Asien gefertigt, China ist dort führend. Nach einer Schätzung der britischen Marktforscher von IMS Research erreicht der Anteil der in Asien gefertigten Solarzellen in diesem Jahr 80 Prozent. Die Solarzellen aus Asien sind vergleichsweise billig - die deutsche Einspeisevergütung richtet sich aber nach den Herstellungskosten von kleineren und teureren deutschen Produzenten. Die politische Idee ist, dass diese auch mit Gewinn produzieren können - dies kann aber zu Lasten der Verbraucher gehen, die mehr Subventionen zahlen müssen als wenn sich die Einspeisevergütung nach den günstigsten Anbietern richten würde.

Wie entwickeln sich die Subventionen für Solarenergie im Vergleich?

Die Solarenergie reißt mit ihren durchschnittlich 40 Cent Zuschuss je Kilowattstunde deutlich nach oben aus: In Biomasse fließen im Schnitt 16,9 Cent Zuschuss, in Windkraft 8,6 Cent und in Wasserkraft 7,3 Cent je Kilowattstunde. Dies liegt am technologischen Vorsprung bei der Nutzung anderer erneuerbarer Technologien. Allerdings ist im Gesetz ein Absinken der Vergütung von Neuanlagen um neun Prozent in jedem Jahr vereinbart, zudem kann die Politik - wie in diesem Jahr mit einem Minus um 16 Prozent geschehen - Sonderkürzungen beschließen. Einigen Experten zufolge ließe sich heute schon Solarstrom für unter 18 Cent pro Kilowattstunde in Deutschland produzieren.