Strom fürs Auto

So funktionieren Elektro-Tankstellen

Im Moment scheint die Vision der Elektro-Tankstellen gar nicht mehr so weit entfernt. Man müsse zwar noch einige Punkte klären, aber im Großen und Ganzen sieht es machbar aus. Vorerst sollen diese Tankstellen in der heimischen Garage, vor Supermärkten, Kinos und auf öffentlichen Parkplätzen installiert werden.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Wien (red) – In einem Bericht der Wiener Zeitung wird auf das enorme Kosten-Spar-Potential mithilfe von Stromautos hingewiesen. Strom für etwa 100 Kilometer kosten zirka 2 Euro, die gleiche Strecke mit Benzin oder Diesel kostet teilweise das Dreifache. Doch nach etwa 100 Kilometern sollte man wieder zur E-Tankstelle fahren, denn nach 150 Kilometern ist Schluss.

Das Laden kann bis zu sechs Stunden dauern

Je nach Stromstärke kann das Aufladen der Batterie bis zu sechs Stunden dauern. Dies ist jedoch nur mit der gewöhnlichen Steckdose in der Garage der Fall. Mit 400-Volt-Starkstrom und 63 Ampere ist der Akku schon nach etwa 40 Minuten wieder voll einsatzbereit. Aber bei mehr Leistung muss auch mehr auf die Sicherheit geachtet werden, deshalb wird die Ladestation mit dem Mehr an Leistung auch teurer. Eine Ladesäule kostet zwischen 2.500 und 6.000 Euro, meint Wolfgang Pell, Koordinator der Plattform Austrian Mobile Power (AMP). Diese Säulen sind dann mit allen Extras ausgestattet wie dem automatischen Abschalten bei Beschädigung, einem Stromzähler und dem Abrechnungssystem. Es wäre somit kein Problem, sie auf einem Parkplatz oder am Straßenrand aufzustellen.

Tanken in der Garage

Weniger aufwendig sei ein Anschluss in der Garage. Die Kosten lägen bei etwa 320 Euro, eine öffentliche Ladestation wird auf 4000 Euro geschätzt. Laut einer Studie sieht das Umweltbundesamt für das Jahr 2020 eine Zahl von 200.000 E-Autos auf den Straßen, A.T. Kearney etwa 100.000 bis 150.000. Der Chef von Raiffeisen Leasing, Peter Engert, sieht die ganze Sache gelassener. Es würde für den Anfang reichen, erstmal die Anschlüsse auf Garagen, öffentliche Parkplätze, Supermärkte, oder Kinos zu beschränken.

Erste Versuchsmodelle

Der Rewe-Konzern glaubt fest an E-Tankstellen als Kundenmagneten und hat in Graz eine Anlage installiert, der Strom ist bisher sogar kostenlos. Elektrotankstellen werden erst in Ballungsregionen eingesetzt werden, sagte Rewe-Sprecherin Corinna Tinkler.

Je nach Auto-Modell ist die Batterie die Hälfte des Autos wert (etwa 20.000 Euro). Sollte nach Jahren die Leistung abfallen, könne man die Batterie als Stromspeicher verkaufen, so Peter Engert. Jedoch müsse der Restwert einer Batterie erst ausgerechnet werden, erklärt Verbund-Manager Wolfgang Pell.