Intelligente Stromzähler

Smart Meter bringen nur kurzfristigen Spareffekt

Intelligente Stromzähler sparen offenbar nicht so viel Energie wie erhofft. Eine Studie der Universität Delft zeigt, dass zwar ein deutlicher Spareffekt besteht, dieser aber nicht langfristig anhält. Das Bewusstsein der Verbraucher und der Wille, Strom zu sparen, aber auch Weiterentwicklungen des Smart Meters könnten helfen.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Delft/Oxford (red) - Verschiedene Medien berichteten über die Studie, die in der Zeitschrift Building Research and Information erschien. Die Wissenschaftler stellten frühere Studien infrage, weil diese den Energieverbrauch nur über eine relativ kurze Zeitspanne hinweg untersuchten. Diese Studien hatten ergeben, dass Testhaushalte mit einem Smart Meter zwischen drei und 15 Prozent Strom sparen.

Smart Meter führt kurzfristig zu weniger Verbrauch

Mehrere hundert Haushalte in den Niederlanden wurden mit einem Smart Meter ausgestattet. Die intelligenten Stromzähler messen den Strom in Echtzeit und zeigen genau, wann wie viel Strom verbraucht wird. Die Untersuchungsergebnisse nach vier Monaten bestätigten die Ergebnisse früherer Studien: Rund 7,8 Prozent Strom wurden weniger verbraucht.

Zähler allein reicht nicht für langfristige Ersparnis

Dann verlängerte man jedoch den Versuch und befragte die Untersuchungsteilnehmer nach weiteren elf Monaten erneut. Die Ersparnis hatte sich auf durchschnittlich 1,9 Prozent verringert. In der gleichen Publikation erklärte Sarah Darby von der Universität Oxford, dass Smart Meter allein nicht für eine deutliche Einsparung von Energie ausreichen würden. Der intelligente Stromzähler müsse einen Feedback-Effekt haben und die Verbraucher müssten diesen auch nutzen.

Bewusstsein des Verbrauchers ist gefragt

Zu ähnlichen Schlussfolgerungen kommen auch die Forscher aus Delft: Es ist möglich, mit dem Smart Meter Energie zu sparen, aber man muss sich mit dem Thema auseinandersetzen und die Informationen, die der Stromzähler liefert, im täglichen Gebrauch auch langfristig umsetzen. Darby sieht ebenfalls Potenzial im Smart Meter und hofft auf Weiterentwicklungen, die dem Stromzähler erlauben, den Energieverbrauch selbst zu regulieren.