Branchenkrise

SMA Solar streicht weltweit 1.600 Stellen

Der Solartechnikkonzern SMA Solar will bis Juni 2015 rund ein Drittel seiner Stellen abbauen. In Deutschland sollen etwa 1.300 Mitarbeiter, im Ausland etwa 300 entlassen werden. Der Konzern steckt tief in der Krise und auch im laufenden Jahr wird mit einem Umsatzrückgang gerechnet.

Solarkollektoren© Franz Metelec / Fotolia.com

Niestetal (dpa/red) - Der Solarzulieferer SMA Solar baut angesichts erneut schrumpfender Umsätze und eines starken Preisdrucks weitere 1.000 Stellen ab. Insgesamt will das im TecDax notierte Unternehmen mit Sitz in Niestetal bei Kassel von seinen 4.667 Stellen bis zum 30. Juni dieses Jahres 1.600 streichen. Darin enthalten ist der bereits bekanntgegebene Wegfall von 600 Arbeitsplätzen. Betriebsbedingte Kündigungen können nicht ausgeschlossen werden, wie aus einer am Montagabend veröffentlichten Mitteilung hervorgeht.

Branchenkrise führt zu Entlassungen

1.300 Stellen treffen Deutschland und da vor allem die Standorte in Nordhessen, 300 Jobs sollen im Ausland abgebaut werden. "Nur so können wir bei geringeren Umsätzen die Gewinnschwelle erreichen", sagte SMA-Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon.

Die anhaltende Krise der Branche hatte bei SMA Solar bereits mehrfach zum Jobabbau geführt. Die Maßnahmen dürften dem Unternehmen in diesem Jahr noch nicht zurück in die Gewinnzone verhelfen. "Die hieraus resultierenden Effekte werden allerdings frühestens ab der zweiten Jahreshälfte greifen", betonte Urbon.

Gewinnrückgang prognostiziert

Für das laufende Jahr geht das Unternehmen von weiter rückläufigen Umsätzen aus. "Wir rechnen auch für die kommenden Jahre mit einem starken Preisdruck im globalen Photovoltaikmarkt und mit einem weiteren Nachfragerückgang in Europa, insbesondere in Deutschland", sagte Urbon. Zudem ist es für deutsche Unternehmen schwierig, in Asien Fuß zu fassen, der chinesische Markt ist für europäische Hersteller so gut wie verschlossen.

Für 2014 bestätigte der Vorstand bei einer Umsatzprognose von 790 Millionen Euro einen Verlust von bis zu 115 Millionen Euro. Seine Bilanz für das abgelaufene Jahr will SMA am 26. März vorstellen.

SMA ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer bei Photovoltaik-Wechselrichtern. Diese wandeln Gleichstrom in Wechselstrom und sind eine zentrale Komponente von Solaranlagen.

Quelle: DPA