Atomalarm ausgelöst

Slowenien: Havarie in Atomkraftwerk Krsko - Behörden geben Entwarnung

In einem Kernkraftwerk im slowenischen Krsko hat sich am Mittwoch eine Havarie ereignet. Wie die EU-Kommission in Brüssel am Abend mitteilte, ist aus dem primären Kühlsystem des Kernkraftwerkes Kühlflüssigkeit ausgetreten. Es wurde ein eurpaweiter Atomalarm ausgelöst.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Brüssel/Berlin (ddp/sm) - Nach Angaben der slowenischen Behörden war das Kraftwerk im Südwesten des Landes im Grenzgebiet zu Kroatien um 19.30 Uhr bereits kompltt heruntergefahren. Das relativ kleine Leck sei abgedichtet worden. Radioaktivität sei aus dem Gebäude nicht ausgetreten. Daher habe aber keine Belastung der Umwelt gegeben. Die EU-Kommission war von Slowenien um 17.38 Uhr über den Störfall unterrichtet worden.

Wie ein Sprecher des Bundesumweltministeriums in Berlin am Abend der Nachrichtenagentur ddp sagte, haben die Brüsseler EU-Kommission und die Wiener Atomenergiebehörde die Bundesregierung über die Havarie unterrichtet. Der Sprecher nannte den von der Brüsseler EU-Kommission ausgerufenen europaweiten Atomalarm "ungewöhnlich". Nähere Informationen zu dem Fall lägen seinem Ministerium bislang aber nicht vor.

Nach Medienberichten hat Slowenien alle 27 EU-Mitgliedsstaaten vorsorglich über das zentrale Frühwarnsystem für Atomunfälle unterrichtet. Das Kernkraftwerk liefert 20 Prozent des Strombedarfs Sloweniens und 15 Prozent des Bedarfs Kroatiens. In Korrespondentenberichten hieß es, der Atomalarm sei womöglich nicht gerechtfertigt gewesen.