100 Meter hoch

Skyline: RWE eröffnet Tower in Dortmund

In dem knapp 100 Meter hohen RWE-Tower in Dortmund werden etwa 700 Beschäftigte des regionalen Energieversorgers RWE Westfalen-Weser-Ems AG ab Mitte August ihre neuen Arbeitsplätze finden. Der Turm ist damit das höchste Bürogebäude der Stadt. Die 22 Geschosse wurden in Niedrigbauweise errichtet.

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Dortmund (ddp-nrw/sm) - Aus mittlerer Distanz betrachtet erinnert das neue Gebäude an eine überdimensionale Bischofsmütze. Doch so durchgeistigt ist seine Funktion natürlich nicht. In dem knapp 100 Meter hohen RWE-Tower in Dortmund werden rund 700 Beschäftigte des regionalen Energieversorgers RWE Westfalen-Weser-Ems AG ab Mitte August ihre neuen Arbeitsplätze finden. Der Turm ist damit das höchste Bürogebäude der Stadt.

Der aus schwarzem Granit und Hunderten von Fenstern bestehende Gigant soll am 24. August eröffnet werden. Bereits jetzt gibt er der Dortmunder Skyline einen neuen Bezugspunkt. Das Gebäude prägt das Bild der nördlichen Innenstadt, steht in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs und "tritt" zwischen zwei eher schmucklose Hochhäuser aus den 60er Jahren.

Gebaut wurde der RWE Tower von dem Dortmunder Architekten, Eckhard Gerber. Finanziert wurde der Bau von dem Dortmunder Immobilienunternehmen DIAG II GmbH & Co.KG - zur Höhe der Investitionen hüllt man sich in Schweigen. Die Bauarbeiten haben rund 20 Monate gedauert. Die RWE-Tochtergesellschaft hat das Gebäude für zunächst einmal 20 Jahre gemietet.

Das 22 Geschosse zählende Gebäude wurde dabei als eine Art Niedrigenergiehaus entwickelt und gebaut. Es soll zeigen, dass auch in einer großen Immobilie Energiekosten eingespart werden können - und dass auch ein Energieversorger auf Nachhaltigkeit setzen kann. "Ein solches Energiekonzept kann man natürlich nur umsetzen, wenn man es mit der Fassade verknüpft", erklärt Gerber. So wurde in der Fassade der Glasanteil erheblich reduziert und das Gebäude so vor übermäßiger Erhitzung geschützt. Nach Angaben von Gerber bestehen etwa 55 Prozent der Fassade aus Granit, der Rest aus Glas. Die Fenster setzen sich aus einer zweischaligen Hülle zusammen, bei der nur die innere Seite zu öffnen ist. Nach außen schützt ein Prallschutz vor Unfällen. Horizontale Schlitze am oberen und unteren Ende sollen für Luftzirkulation sorgen.

Auf eine große - und energieintensive - Klimaanlage kann deshalb verzichtet werden. "In allen Räumen entsteht eine angenehme Kühle, die ähnlich wie in einer Kathedrale von der Decke abstrahlt", erklärt der Leiter des Standortmanagements, Peter Olschewski. Und damit genug Licht von außen eindringen kann, wurden die Zwischenwände zu den Büros und die Türen aus Glas hergestellt.

Das Gebäude besteht aus einem Betonkern, über den ein Stahlbetonskelett gesetzt wurde. Nach Angaben von Gerber bleiben Bürohochhäuser auch nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 die angemessene Architekturform für Unternehmen, die einen hohen Bedarf an Büroräumen haben. Anders als die eingestürzten Türme des World Trade Centers sei das Dortmunder Gebäude zudem vor einem Kollaps gesichert.

Besonderen Wert hat Architekt Gerber auch auf die Grundform des Gebäudes gelegt. So präsentiert sich der RWE-Tower - beim Blick von oben - in einer linsenförmigen Gestalt. "Die Büros befinden sich alle an der Fassade, während die Betriebsräume wie Fahrstühle, Treppen, Nebenräume oder Toiletten im Kern des Gebäudes sind", erklärt er. Alle RWE-Mitarbeiter können deshalb von ihrem Schreibtisch aus den Blick über die Innenstadt und das östliche Ruhrgebiet wandern lassen. Wie weit der reicht, wissen die Neumieter derzeit noch nicht. Zu einem Kalauer reicht der Ausblick aber allemal. "Bis zur Zugspitze kann man gucken", erklärt Standortmanager Olschewski - und weist auf die Bahngleise des in der Tiefe liegenden Dortmunder Hauptbahnhofes.

Von ddp-Korrespondent Michael Bosse