Skurriles vom Strommarkt: Lässt Sie Ihr Hausmeister auch nicht an den Zähler?

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com
Das gibt es doch nicht: Gestern erreichte die Redaktion des strom magazins eine SOS-Mail von einem Leser. "Was kann ich tun, wenn mir der Hausmeister den Zugang zum Stromzähler verweigert?" Unser erster Gedanke: Es handelt sich um einen Scherz. Denn eigentlich kann das nicht sein, ist es doch das Recht eines jeden Stromkunden, seinen Stromverbrauch kontrollieren und gegebenenfalls - beispielsweise beim Wechsel des Stromanbieters - den Zählerstand ablesen zu können.


Pustekuchen in Hamburg. Dort gibt es diesen Fall tatsächlich, wie eine Recherche des strom magazins ergab. Allerdings nicht - wie zunächst vermutet - weil der Hausmeister vom Regionalversorger gekauft ist und einen Wechsel verhindern soll. Sondern ausschließlich aus Zeitgründen. Der Hamburger Hausmeister Schreiber bestätigte in einem Telefongespräch mit dem strom magazin: "Ich betreue 400 Wohneinheiten. Ich schaffe es einfach zeitlich nicht, wenn Frau Müller heute, Frau Meier morgen und Herr Schmidt übermorgen den Zähler ablesen will." Verständlich - aber trotzdem ein Problem für wechselwillige Stromkunden.


Ein Telefonat mit dem Hamburger Regionalversorger HEW bestätigte den Missstand. "Wir wissen, dass sich einige Hausmeister da querstellen." Aber das Unternehmen gab einen kleinen Tipp: Die Schlösser, die an den Stromzählern verwendet werden, sind sogenannte K2-Schlösser. Diese Schlösser dürfen vom Vermieter nicht ausgetauscht werden, da die HEW zum Ablesen ohnehin an die Zähler muss. Die passenden Schlüssel gibt es bei jedem Schlüsseldienst in Hamburg. Ein Anruf des strom magazins bei Mister Minit im EKZ Jenfeld ergab, dass die K2-Schlüssel für jedermann erhältlich sind. Kostenpunkt: 27,95 DM.


Die Geschichte ist also doch nicht so aussichtslos, wie zu Beginn angenommen. Dafür nicht billig - aber vielleicht ist Ihnen die Kontrolle Ihres Stromanbieter knappe 30 Mark wert? Übrigens: Damit ist nicht gesagt, dass andere Regionalversorger ebenso vorgehen. Diese Geschichte spielt in Hamburg und ist deshalb auch nur dort anwendbar.