Technologischer Durchbruch

Siliziumfreie Solarzellen werden serienreif

Wie Hansjörg Gabler, Vorstand des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW), berichtet, sind zum ersten Mal Dünnschicht-Solarzellen, so gennante CIS-Module, in der Produktivität mit Siliziummodulen vergleichbar. Damit etabliere Deutschland sich als Leitstandort für diese Technologie.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Stuttgart/Dresden (red) - "Die deutsche CIS-Forschung hat gemeinsam mit deutschen Unternehmen einen Quantensprung in der Dünnschichttechnologie geschafft," so Gabler im Rahmen der 21. europäischen Photovoltaikkonferenz und Ausstellung in Dresden. "Deutschland setzt sich damit an die Spitze der Dünnschicht-Solartechnologie."

Bei der CIS-Technologie (CIS steht für "Kupfer-Indium-Diselenid") ersetzt eine chemische Verbindung aus Kupfer, Indium, Gallium und Selen den derzeit teuren und knappen Halbleiter Silizium. Schon lange wurde der CIS-Technologie gutes Potenzial eingeräumt, denn CIS-Solarmodule sind als Dünnschichttechnologie komplett unabhängig vom Halbleiter Silizium.

"Alle Anzeichen deuten auf einen CIS-Boom hin", so Gabler weiter und verweist auf die Ankündigung von Würth Solar, bereits in diesem Jahr mit der weltweit ersten Großserienproduktion von CIS-Solarmodulen zu beginnen. Weitere Unternehmen hätten nachgezogen und ähnliche Absichten verkündet.

Ein wesentlicher Grund für das weltweite Interesse an CIS-Solarmodulen sei, dass sie im Vergleich zu Solarmodulen auf Silizium-Basis sehr flexibel einsetzbar sind. So können CIS-Module nicht nur auf Dächer geschraubt, sondern beispielsweise auch direkt in Häuserfassaden integriert werden. "Es ist bereits absehbar, dass weitere neue Anwendungsformen serienreif werden", sagt Gabler. So könnten CIS-Module schon in nicht allzu ferner Zukunft auf hauchdünner Plastikfolie oder ebenso dünnen Edelstahlfolien aufgebracht werden.

Zur Zeit macht die Dünnschichttechnologie erst einen vergleichsweise geringen Teil des Photovoltaikmarktes aus, doch dies wird sich nach Ansicht des ZSW mittelfristig deutlich ändern. "20 Prozent Marktanteil im Photovoltaikmarkt sind bis 2015 realistisch. Dünnschichtmodule werden Solarmodule auf Silizium-Basis mittelfristig nicht verdrängen, aber für alle Photovoltaikanwendungen eine immer wichtigere Alternative sein", so Gabler.

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