Energie-Weltliga

Siemens weiht Kompressor-Testzentrum für die Öl- und Gasindustrie ein

Duisburg ist zu einer wichtigen Schaltstelle für die globale Energiewirtschaft geworden. Nachdem Siemens seit Januar von dort aus sein weltweites Öl- und Gasgeschäft steuert, nahm der Konzern dort letzte Woche sein 100 Millionen Euro teures Testcenter für Kompressoranlagen in Betrieb.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Duisburg (ddp-nrw/sm) - "Duisburg zieht damit gleich mit anderen Öl- und Gasmetropolen wie Houston, Kuala Lumpur, London und Abu Dhabi", sagte Siemens-Energievorstand Frank Stieler. Das Testcenter trage dazu bei, die weltweit wachsende Nachfrage nach Hochtechnologie für die Öl- und Gasförderung zu decken. Angesichts des weltweit steigenden Energiebedarfs müsse Öl und Gas zunehmend in entlegenen, unwirtlichen Gegenden gefördert werden. Damit stiegen zugleich die Ansprüche an die Fördertechnologie.

"Eine Förderung in zum Teil mehr als 3000 Meter Tiefe stellt hohe Ansprüche an die Maschinen, die über Jahre wartungsfrei arbeiten und zugleich strengen Umweltauflagen gerecht werden müssen", erläuterte Stieler. Wegen der abgelegenen Fördergebiete müsse Öl und Gas darüber hinaus über immer längere Strecken zu den Verbraucherländern transportiert werden. Auch das sei eine große Herausforderung für die Technik.

Das Testcenter befindet sich in einer 180 Meter langen, 40 Meter breiten und 35 Meter hohen Halle. Es ist damit eines der weltweit größten dieser Art. In dem Center kann Siemens jetzt größere und leistungsstärkere Kompressoren und deren Antriebsaggregate als bisher montieren, exakt auf die jeweiligen Bedürfnisse der Kunden aus der Öl- und Gaswirtschaft justieren und den gesamten sogenannten Verdichterstrang probefahren.

Bereits seit 80 Jahren baut Siemens in Duisburg Kompressoren für die Großindustrie und zählt zu den weltweit führenden Anbietern. Auch künftig setzte das Unternehmen weiter auf den Standort, weil Fertigungsqualität und bestens ausgebildete Mitarbeiter in diesem Hochtechnologiezweig nicht in Billiglohnländern zu haben seien, betonte Stieler. Allein in den vergangenen zwei Jahren sei die Zahl der Siemens-Beschäftigten in Duisburg um 400 auf 2500 gestiegen. Damit ist dort rund ein Viertel der weltweit 11 000 Mitarbeiter in der Siemens-Energiesparte beschäftigt.

Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) sagte, Duisburg sei ein "Lehrstück" für ganz Nordrhein-Westfalen. Es zeige, dass der Strukturwandel nicht erduldet, sondern gestaltet werden könne. Schon jetzt sei NRW das führende Energie-Bundesland, in dem rund ein Drittel des in Deutschland benötigten Stroms produziert werde.