Moderne Anlage

Siemens leitet Konsortium zum Bau von Mainzer Kohlekraftwerk

Das geplante Kohlekraftwerk auf der Ingelheimer Aue zwischen Mainz und Wiesbaden soll von einem von Siemens geführten Konsortium gebaut werden. Wie der Konzern mitteilte, sind zwei Unternehmen aus Österreich und Japan dabei Konsortialpartner: die Austrian Energy & Environment (AE&E) und IHI.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Mainz (ddp-rps/sm) - Der entsprechende Auftrag sei bereits am 28. Februar vom Aufsichtsrat der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG (KMW) bestätigt worden. Das Auftragsvolumen belaufe sich auf insgesamt eine Milliarde Euro. Rund die Hälfte dieses Wertes entfalle auf Siemens. Der Baubeginn ist laut Siemens für Ende 2008 bis Anfang 2009 geplant. Als Termin für die Fertigstellung sei das Jahr 2013 fixiert worden. Bereits im Juli 2007 hatte KMW mit Siemens einen Vertrag über die Planung, Lieferung, Montage und Inbetriebsetzung der Hauptkomponenten des geplanten 800-Megawatt-Kraftwerks unterzeichnet.

Das neue Steinkohlekraftwerk, das das bestehende Gaskraftwerk der KMW auf der Ingelheimer Aue ersetzen soll, wird einen laut Siemens "sehr hohen Wirkungsgrad von 46 Prozent" erreichen und "eine der modernsten Anlagen Europas" sein. Neben Strom werde die Anlage mittels Kraft-Wärme-Koppelung auch 200 Megawatt Fernwärme für bis zu 40 000 Haushalte sowie rund 30 Megawatt Prozessdampf für Mainzer Industriebetriebe produzieren. Dadurch werde ein "optimaler Brennstoffnutzungsgrad von 60 Prozent" erreicht, sagte der Chef der Siemens-Energy-Division Fossil Power Generation, Michael Süß.

Der Mainzer Stadtrat hatte dem umstrittenen Kraftwerksbau im Januar vergangenen Jahres zugestimmt. Derzeit läuft das Genehmigungsverfahren. Gegen das Projekt sind rund 58 000 Einwendungen von Bürgerinitiativen, Verbänden, Firmen und Privatpersonen eingegangen.