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Siemens erhält Großauftrag für Nordsee-Windpark

Elektrokonzern Siemens hat einen Großauftrag für ein Offshore-Projekt in der Nordsee eingeholt. Kürzlich hatte der Konzern auch Aufträge für Windparks in Ägypten erhalten und prüft derzeit sogar den Bau einer Windkraftanlagen-Fabrik in Deutschland. Um das Magenziel für 2015 noch zu erreichen, bedarf es aber noch einiger Anstrengungen.

Offshore© F. Schmidt / Fotolia.com

München (dpa-AFX/red) - Der Elektrokonzern Siemens hat einen Großauftrag für Windkraftanlagen in der deutschen Nordsee erhalten. Für das Offshore-Projekt Veja Mate nordwestlich der Insel Borkum und 115 Kilometer vor der ostfriesischen Küste liefern die Münchener 67 Windkraftanlagen mit einer Leistung von je sechs Megawatt (MW), wie der Dax-Konzern am Montag mitteilte. Insgesamt sollen die Anlagen nach der Inbetriebnahme Ende 2017 eine Gesamtleistung von 400 Megawatt erreichen. Die Installation soll im März 2017 beginnen. Zusätzlich zur Lieferung übernimmt Siemens Wartung und Instandhaltung der Anlagen über 15 Jahre.

Hohe Kosten beim Aufbau von Offshore-Anlagen

Offshore-Windkraftturbinen haben laut Branchenexperten ein Auftragsvolumen von bis zu 1,5 Millionen Euro je Megawatt installierter Leistung. Die Errichtung auf See kostet insgesamt wegen der anspruchsvollen Fundamentarbeiten und der kostspieligen Netzanbindung aber deutlich mehr: Pro Megawatt fallen je nach Lage zwischen 2,5 und 4 Millionen Euro an.

Siemens plant Bau einer Windkraftanlagen-Fabrik in Deutschland

Erst kürzlich hatte der Konzern milliardenschwere Großaufträge für Gaskraftwerke und Windparks in Ägypten an Land gezogen. Zu dem Auftragsvolumen von rund acht Milliarden Euro sei nun noch ein Serviceauftrag hinzugekommen, dessen Umfang aber zunächst nicht beziffert wurde. Das Unternehmen prüft derzeit auch den Bau einer Fabrik für Windkraftanlagen in Deutschland. Dort könnten bis zu 1.000 Arbeitsplätze entstehen, wurde am Montag bekräftigt. Die Standortentscheidung soll bis September fallen, als wahrscheinlich gilt aus logistischen Gründen ein Standort in Norddeutschland.

Margenziel in Gefahr?

Der Elektrokonzern muss sich anstrengen, um sein angepeiltes Margenziel im laufenden Geschäftsjahr zu erreichen. Man gehe aber davon aus, dass es einen Endspurt im Schlussquartal 2014/15 (30. September) geben werde, verlautete am Montag aus Unternehmenskreisen in München. Konzernchef Joe Kaeser hatte sich im industriellen Geschäft eine Marge von zehn bis elf Prozent vorgenommen - im zweiten Quartal waren allerdings lediglich neun Prozent vom Umsatz übrig geblieben.

Den Gewinn von zuletzt rund 5,5 Milliarden Euro will Siemens im Geschäftsjahr um mindestens 15 Prozent steigern. Allerdings hatte der Elektrokonzern Milliarden beim Verkauf von Unternehmensteilen eingestrichen. Der Umsatz soll in etwa auf dem Vorjahresniveau von 72 Milliarden Euro gehalten werden. Für das kommende Jahr peilt Siemens dann wieder Wachstum an. Falls der Markt schrumpft, will das Unternehmen zumindest Marktanteile gewinnen.