Energieeffizienz steigern

Sichere Versorgung: Schweiz richtet Energiepolitik neu aus

Die Schweiz will ihre Energiepolitik neu ausrichten, um eine drohende Energielücke zu schließen. Die vom Bundesrat beschlossene Strategie stützt sich auf Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Zudem setzt das Land weiterhin auf Kernenergie und will mit der EU über eine Anbindung an den CO2-Handel verhandeln.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Bern (red) - Aufgrund steigenden Energieverbrauchs seien die energiepolitischen Maßnahmen für eine mittel- und langfristig sichere Energieversorgung der Schweiz noch nicht ausreichend. Dies betreffe vor allem Öl und Gas wegen der Abhängigkeit vom Ausland und den begrenzten fossilen Reserven. Zudem müsse hinsichtlich des globalen Klimawandels die CO2-Emission deutlich reduziert werden, teilt das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) mit. Da wegen dem Auslaufen der langfristigen Importverträge und der begrenzten Lebensdauer der Kernkraftwerke eine Versorgungslücke entstehe, hat der Bundesrat nun neue energiepolitische Grundsätze festgelegt.

Die erste Säule dieser Grundsätze ist die Steigerung der Energieeffizienz. Mit neuen Technologien und einem energiebewussten Konsumverhalten sei ein sparsamerer Umgang mit Energie auch ohne Komforteinbussen möglich. Darüber hinaus trage eine Verstärkung der Energieeffizienz zu einer Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Wirtschaft und einer Entwicklung eines Marktes für Effizienztechnologien bei. Im Bereich erneuerbare Energien soll die Wasserkraft weiterhin eine große Rolle spielen und unter Berücksichtigung der Umwelt- und Gewässerschutzziele ausgebaut werden.

Trotz dem Ausbau von Wasserkraft und anderen erneuerbaren Energien entstehe ab 2020 eine Versorgungslücke. Diese solle möglichst klein gehalten werden, da sie nur durch konventionelle Grossenergietechnologien und teilweise durch Stromimporte gedeckt werden könne. Als Übergangslösung werden Gaskombikraftwerke (GuD) geplant, die ihre CO2-Emissionen vollständig kompensieren müssen. Zudem erachte der Bundesrat den Ersatz der bestehenden oder den Neubau von Kernkraftwerken als notwendig. Dazu werde eine Verkürzung der Bewilligungs- und Bauverfahren geprüft.

Eine weitere wesentliche Säule der neuen Energiestrategie sei die Verstärkung der Zusammenarbeit mit der EU. Unter anderem wolle man Verhandlungen über die Anbindung an den CO2-Zertifikatehandel aufnehmen. Das UVEK will bis Ende des Jahres Aktionspläne zu Energieeffizienzmassnahmen und zur Förderung der erneuerbaren Energien mit konkreten Vorschlägen auf Gesetzes- und Verordnungsstufe sowie die Strategie für eine verstärkte Energieaussenpolitik erarbeiten.