Sellafield fälschte Sicherheitsgutachten

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Systematisch sollen Mitarbeiter der Betreiberfirma der Atom-Wiederaufbereitungsanlage Sellafield (Großbritannien) Sicherheitsgutachten gefälscht haben. Ein am vergangenen Freitag veröffentlichter Bericht der britischen Atomaufsicht NII wirft ihnen außerdem vor, Kontrollen nur sporadisch und äußerst ungenügend durchgeführt zu haben.


Die Folge dieses Handelns, für das einzelne Mitarbeiter der Betreiberfirma British Nuclear Fuels (BNFL) verantwortlich gemacht werden, waren falsche Angaben über die Sicherheit von Mischoxid-Brennelementen (MOX). Hinzu kommen unterlassene Qualitätskontrollen der Brennstäbe, die ein Teil der Mitarbeiter deshalb unterlassen hätte, weil sie zu langwierig und "lästig" gewesen seien, schlussfolgert der Untersuchungsbericht. Stattdessen hätten die Mitarbeiter ältere Gutachten kopiert.


Mittlerweile sind fünf Mitarbeiter bereits entlassen worden. BNFL-Geschäftführer John Taylor flog vor einigen Tagen nach Tokio, um sich für die Vorfall zu entschuldigen. Seine Firma hatte zuvor zugegeben, eine für Japan bestimmte MOX-Lieferung falsch gekennzeichnet zu haben.