Beimischung

Selbstverpflichtung: Erdgaswirtschaft will mehr Bioenergie einsetzen

In einer freiwilligen Selbstverpflichtung hat die deutsche Gasbranche zugesagt, Erdgas als Kraftstoff bis zum Jahr 2010 bis zu zehn Prozent Biomethan beizumischen. Bis 2020 soll der Anteil dann auf bis zu 20 Prozent steigen. Biomethan wird aus organischen Lebensmittelrest- und Abfallstoffen gewonnen.

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Berlin (red) - Die deutsche Erdgaswirtschaft will die Nutzung von Biogas im Kraftstoffsektor mit einer freiwilligen Selbstverpflichtung stärker fördern: "Wir haben uns verpflichtet, dem Erdgas, das als Kraftstoff verwendet wird, bis zum Jahr 2010 bis zu zehn Prozent Biomethan beizumischen, sofern dieses auf Erdgasqualität aufbereitet ist", erläuterte Michael G. Feist, Präsident des Bundesverbandes der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft e.V. (BGW). Bis 2020 soll der Anteil auf bis zu 20 Prozent steigen. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass die derzeit gültige Steuerermäßigung für Erdgas als Kraftstoff und die Steuerbefreiung für Biogas beibehalten werden.

Biomethan, auch Bioerdgas genannt, wird aus organischen Lebensmittelrest- und Abfallstoffen sowie aus nachwachsenden Energiepflanzen wie Mais oder Roggen gewonnen und setzt somit nicht mehr Kohlendioxid frei, als die Pflanzen während ihres Wachstums über die Fotosynthese aufgenommen haben. Bioerdgas ist uneingeschränkt als Kraftstoff für Erdgasfahrzeuge geeignet. Es kann als Beimischung oder in Reinform in Erdgasfahrzeugen genutzt werden.

Auch aus ökonomischer Sicht bietet Bioerdgas laut BGW in dieser Verwendung eine sinnvolle Alternative. Die Erzeugungskosten für aufbereitetes Biogas zur Verwendung in Erdgasfahrzeugen würden unter günstigen Bedingungen etwa dem Tankstellenpreis für Erdgas entsprechen.

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, begrüßte die Selbstverpflichtung der Erdgaskraftstoffbranche. Damit werde der Biokraftstoffmix über Biodiesel, Pflanzenöl und Bioethanol hinaus mit Biogas als Kraftstoff spürbar erweitert.