Wettbewerb noch nicht ausreichend

Seehofer ruft Energiekunden zum Anbieterwechsel auf

Angesichts der hohen Energiepreise ruft Bundesverbraucherschutzminister Horst Seehofer (CSU) Kunden zum Wechsel ihrer Anbieter auf. Damit ließen sich beachtliche Beträge sparen, sagte er dem "Focus". Jedoch reiche der Wettbewerb auf den Energiemärkten nicht aus.

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München (ddp/sm) - "Die Konzentration auf vier große Konzerne erfüllt mich mit großem Unbehagen", sagte Seehofer Die Energieversorgung müsse stärker dezentral organisiert werden als jetzt. Dazu gehöre auch der verstärkte Einsatz von erneuerbarer Energie.

Die Forderung von Bundesumweltminister Gabriel nach Sozialtarifen für Geringverdiener lehnte Seehofer ab. Es könne nicht sein, dass die Energiekonzerne als Privatunternehmer die Bedürftigkeit ihrer Kunden überprüften. Wer nicht in der Lage sei, seine Energiekosten zu bezahlen, bekomme Unterstützung durch Wohngeld oder Arbeitslosengeld II.

Der Präsident des Bundeskartellamtes, Bernhard Heitzer, sagte, er sehe nur geringe Möglichkeiten, den Preisanstieg über schärferen Wettbewerb einzudämmen. "Vor dem Hintergrund der internationalen Preisentwicklung und der Spekulation können wir vielleicht den Anstieg dämpfen, aber sicher nicht die absoluten Preise senken", sagte Heitzer dem Magazin. Derzeit überprüfe sein Amt die Tarife von 35 großen Gasversorgern, deren Preise zwischen 25 und 45 Prozent über denen der günstigsten Anbieter lägen. "Da müssen sich die Unternehmen schon anstrengen, diese Unterschiede zu erklären", sagte Heitzer.

Die Bindung des Gaspreises an die Entwicklung des Ölpreises lasse sich vom Kartellamt aber nicht aufbrechen, sagte Heitzer. "Das sind zivilrechtliche Verträge privater Importeure mit ausländischen Lieferanten", betonte er.