Entflechtung "heikel"

Seehofer rechnet mit weiter steigenden Energiepreisen

Energiekunden müssen nach Ansicht von Bundesverbraucherschutzminister Horst Seehofer (CSU) mit weiter steigenden Strom- und Gaspreisen rechnen. Deswegen sei es um so wichtiger, unabhängiger vom Öl zu werden und die Macht der Konzerne zu begrenzen, sagte Seehofer der "Berliner Zeitung."

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - "Die Energiekonzerne haben zu viel Macht. Die muss durch eine scharfe staatliche Aufsicht eingeschränkt werden", betonte Seehofer. Er begrüße, dass das Kartellamt mittlerweile schärfer gegen die Oligopolisten auf den Energiemärkten vorgehe, um den Wettbewerb zu verbessern.

Skeptisch zeigte sich der Minister jedoch über die von der EU-Kommission geforderte Trennung von Netz und Betrieb. "Das ist eine heikle Angelegenheit", sagte Seehofer. So müsse man aufpassen, dass die Netze am Ende nicht in den Händen von großen Finanzinvestoren landeten. "Denn die verfolgen ihre Renditeinteressen noch aggressiver und die Preise steigen weiter", warnte er.

Verbraucherschützer für Entflechtung

Dagegen forderte der Chef des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, Gerd Billen, eine Entflechtung. "Man sollte die Energiekonzerne entmachten, indem man die Energieerzeugung und den Netzbetrieb trennt", sagte Billen dem Blatt. Eine Option könne es sein, dass eine staatliche Gesellschaft die Netze übernimmt und für einen diskriminierungsfreien Zugang und eine gleichberechtigte Durchleitung sorgt. Letzteres lehnte Seehofer ab. Eine strenge Kontrolle genüge.