Endlich entschieden

Seehofer: Biomasse-Zentrum soll Spitzenforschung sichern

Das Deutsche Biomasse-Forschungszentrum (DBFZ ) wird nach jahrelangem Tauziehen nun doch in Leipzig errichtet. Es soll alle Fragen rund um die Nutzung von Biomasse klären und diese Art der Energiegewinnung in Deutschland weiter fördern, um den ländlichen Raum als Energielieferant zu stärken.

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Dresden (ddp/sm) - Offiziell wurde die Entscheidung zwar laut Bundesregierung erst heute im Kabinett getroffen. Am Freitag beeilten sich jedoch die politisch Verantwortlichen jedweder Couleur, schon vorab die erwartete Entscheidung für Leipzig als Erfolg zu verkaufen. Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) und der Bundesminister für den Aufbau Ost, Wolfgang Tiefensee (SPD), werden am Mittwoch die Entscheidung in Leipzig auf einer Pressekonferenz bekannt geben.

Seehofer sagte heute nach einer Kabinettssitzung in Berlin, durch das neue Zentrum solle der Ausbau der Biomassenutzung wissenschaftlich auf hohem Niveau begleitet und langfristig der ländliche Raum als Energielieferant gestärkt werden. Zum 1. Januar soll das DBFZ als gemeinnützige GmbH in Leipzig eingerichtet werden. Der Bund wird laut Seehofer eine Anschubfinanzierung von zunächst vier Millionen Euro bereitstellen, bis zu 80 Arbeitsplätze sollen mit dem Forschungszentrum geschaffen werden.

Um den Standort hatte es einen jahrelangen Streit gegeben. Das Forschungszentrum war von der rot-grünen Bundesregierung unter Federführung der damaligen Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) ins Leben gerufen worden. Der Standort Leipzig stand im März 2005 bereits so gut wie fest, Künasts Nachfolger Seehofer stoppte dann jedoch die Debatte und stellte den Standort erneut zur Disposition. Neben Leipzig hatten sich auch Halle und einige Standorte in Mecklenburg-Vorpommern beworben.

Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) sagte am Freitag in Dresden, die Entscheidung der Bundesregierung für Leipzig sei ein Zeichen dafür, dass sich Sachsen im internationalen Standortwettbewerb immer stärker profiliere. "Das beste Konzept hat sich durchgesetzt und zum Erfolg geführt". Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) forderte die Verantwortlichen auf, jetzt keinen Verzug mehr zuzulassen, damit möglichst schnell die Forschung beginnen könne. In Leipzig könne das Zentrum vor allem aus der Nähe zum Umweltforschungszentrum (UFZ) der Helmholtzgesellschaft und dem Institut für Umwelt und Energetik profitieren. Damit könne in Mitteldeutschland das wichtigste deutsche Zentrum für die Erforschung der Zukunftstechnologie Biomasse entstehen, sagte Jung.

Der Grünen-Abgeordnete im sächsischen Landtag, Michael Weichert, nannte Leipzig den idealen Standort in Deutschland. Gerade für Sachsen als Flächenland werde sich die Investition rentieren und die Landwirtschaft von den Ergebnissen profitieren.