Sechs Stadtwerke aus dem rheinisch-bergischen Bereich fusionieren

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com
Die Vorstände und Geschäftsführungen der sechs kommunalen Energieversorger aus Düsseldorf, Hilden, Krefeld, Moers, Neuss und Remscheid haben am Donnerstag die Gründung eines gemeinsamen Versorgungsunternehmens angekündigt, das regional tätig sein soll. Bereits Anfang des kommenden Jahres sie mit einem gemeinsamen Angebot Strom, Gas, Fernwärme und Wasser an rund 1,2 Millionen potenzielle Kunden im rheinisch-bergischen Land verkaufen. "Wir erwarten aus dem Zusammenschluss ein beträchtliches Synergiepotenzial von über 200 Millionen Mark und jeweils deutlich überlegene Ergebnisse und Renditen im Vergleich zu Allein-Lösungen. Wir sind aber vor allem zu der Überzeugung gelangt, dass das angestrebte Gemeinschaftsunternehmen eine gute Chance bietet, die eigene Position auf den immer härter umkämpften Energiemärkten zu behaupten und den Kunden, das heißt den Bürgern und Unternehmen in den beteiligten Städten und darüber hinaus, preisgünstige und wettbewerbsgerechte Versorgung zu garantieren. Ortsnähe und bedarfsgerechte Serviceleistungen als traditionelle Stärken kommunaler Querverbundsunternehmen können dabei erhalten und mit vereinten Kräften ausgebaut werden", kommentierte Karl-Heinz Lause von den Stadtwerken Düsseldorf die Fusion.


Das ehrgeizige Kooperationsmodell wurde gestern von Karl-Heinz Lause (Düsseldorf), Bodo Taube (Hilden), Horst Hannappel (Krefeld), Matthias Wolfskeil (Moers), Heinz Runde (Neuss) und Wolfgang Roth (Remscheid) in Neuss vorgestellt. Demnach würde es der neue Regionalversorger auf ein Umsatzvolumen von rund 2,4 Milliarden Mark bringen und somit zu den größten "Stadtwerken" Deutschlands gehören. Der Verbund steht weiteren potenziellen Partnern offen: "Wir würden es begrüßen, wenn in Nachbarstädten das Modell weitere Unterstützung fände", so Karl-Heinz Lause von den Stadtwerken Düsseldorf. Für einen oder mehrere strategische Partner habe man in der angedachten Unternehmensstruktur zudem einen Aktien-Anteil von 25 Prozent vorgesehen. Das neue Unternehmen werde anfangs 2700 Beschäftigte haben, doch werde man bis 2005 rund 1100 Arbeitsplätze abbauen müssen. Das solle sozialverträglich geschehen.


Nun komme es darauf an, schnellstens die Grundsatzbeschlüsse zur Zusammenführung in den jeweiligen Aufsichtsgremien bis zum Herbst des Jahres herbeizuführen, um mit der Erarbeitung des Detailkonzeptes beginnen zu können. Anfang 2000 soll dann der gemeinsame Marktauftritt starten. Allerdings steht die Neugründung noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der kommunalen Gremien. Diese werde wegen der Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen wohl auch erst im Oktober oder November zustande kommen, sagte Lause.