Radioaktiv

Schweiz will Atommüll-Lager nahe der deutschen Grenze

Auch die Schweiz steht vor der Aufgabe, geeignete Lagerstellen für radioaktiven Müll zu finden. Wie das Bundesumweltministerium bestätigte, sind dabei zwei Standorte nahe der deutschen Grenze in die engere Wahl gekommen. Letztendlich wird wohl das schweizerische Volk über die Lagerorte entscheiden.

Atomstrom© dasglasauge / Fotolia.com

Bern/Berlin (dpa/red) - Die Schweiz will ihren Atommüll nahe der deutschen Grenze lagern. Das geht aus Empfehlungen der Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) hervor, die am Freitag veröffentlicht wurden. Bevorzugt werden unter sechs vorgeprüften Gegenden die Standorte Jura Ost (Kanton Aargau) und Zürich Nordost in unmittelbarer Nähe zu Baden-Württemberg.

Grenzüberschreitende Umweltprüfung wird erwartet

Deutschland wurde darüber informiert, wie das Bundesumweltministerium in Berlin bestätigte. Man erwarte, dass die Schweiz "nun endlich eine grenzüberschreitende Umweltprüfung einleitet", erklärte die Parlamentarische Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter. "Wir werden uns weiterhin intensiv am Schweizer Sachplanverfahren beteiligen, um die Interessen der deutschen Bevölkerung geltend zu machen."

Schweizer Volk entscheidet

Laut Nagra sollen die Gebiete Jura Ost und Zürich Nordost nun vertieft auf ihre Eignung für die Lagerung von schwach bis hoch radioaktiven Atomabfällen untersucht werden. 2016 soll eine öffentliche Anhörung durchgeführt werden. Etwa Mitte 2017 will die Regierung in Bern entscheiden, ob sie den vorgeschlagenen Gebieten zustimmt. Eine endgültige Entscheidung soll bis 2027 gefällt werden. Das letzte Wort hat das schweizerische Volk bei einem Referendum.

Quelle: DPA